Hallo Ihr Lieben,

kürzlich wurde mir diese Frage gestellt nachdem ich auf Facebook eine kleine Umfrage über Themen machte, die Euch brennend interessieren.

Da die liebe Sarah so nett war mir die Frage zu klauen, bin ich jetzt so frei und füge ihre Ausführungen einfach mal in meinen Artikel ein. ;)- Soooorry – aber ist ja auch Werbung für Dich. hihi

Also schaut Euch doch erst einmal ihr Video an. Von mir gibt’s noch ein paar Ergänzungen:

Und gesehen? Hat sie so toll erklärt, da gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Aber ein bisschen hab ich noch in Petto.

Warum ist zu viel Fruchtzucker problematisch?

Schauen wir uns einmal die verschiedenen Zuckerarten an. Die Zuckerarten, die süß schmecken sind Einfach- oder Zweifachzucker. Darüber hinaus gibt es noch Mehrfach- und Vielfachzucker. Die schmecken erstmal nicht süß weil sie aus gaaaaaaaaanz ganz langen Ketten von Einfachzuckern bestehen. Diese nennen wir lapidar „Kohlenhydrate“. Aber letztendlich sind Kohlenhydrate Zucker und Zucker sind Kohlenhydrate. An dieser Stelle also für Euch: es ist ein- und dasselbe. Wir unterscheiden nur im Volksmund die süßschmeckenden von den nicht süßschmeckenden. (Als kleinen Test: Kaut mal längere Zeit auf einem Weißbrot rum, dann merkt Ihr irgendwann die Süße).

Zuckerbackroundwissen

Ich fasse mich kurz und erzähle jetzt über die süßschmeckenden Zucker. Es gibt 3 Einfachzucker (Monosaccaride): Glukose, Galaktose und Fruktose. Die Zweifachzucker (Disaccharide) setzen sich aus ihnen zusammen. Wie z.B. Laktose, welche aus Glukose und Galaktose besteht und das Enzym Laktase benötigt um den Zweifachzucker wieder in zwei Einfachzucker zu spalten. (Wie wir Veganer wissen ist dieses Enzym eigentlich nur in der Laktationszeit – also der Stillzeit vorhanden. Dass wir Menschen in Europa noch länger davon „profitieren“ ist eine genetische Mutation).

Unser Haushaltszucker ist eigentlich die Saccharose, welche aus Glukose (ist im Übrigen der Traubenzucker) und Fruktose besteht. Die Maltose als dritter und letzter Zweifachzucker besteht aus zwei Glukose-Einheiten.

Wichtig ist für uns zu wissen: Die Zweifachzucker werden mit Hilfe von Enzymen gespalten. Glukose dringt dabei alleine durch die Darmwände und benötigt keine weitere Hilfe, während Fruktose einen Transporter benötigt (Glut-5-Transporter). Nennen wir sie „Taxis“.

Diese Taxis sind nur in begrenzter Menge vorhanden. Ein normaler Obstkonsum ist daher in der Regel kein Problem. Außer unser Darm ist ohnehin schon „kaputt“ und bildet nicht mehr genügend Taxis.

Den zugesetzten Zucker, den Sarah erwähnt, findet Ihr z.B. in Wellness-Wassern, Süßigkeiten, Fertiggerichten – oder natürlich wenn Ihr selbst Fruktose wie z.b. aus Agavendicksaft zum Süßen benutzt.

Schauen wir uns hier mal die Wahrheit über z.B. Wellnesswasser an:

Cola vs. Wellnesswasser

Cola vs. Wellnesswasser

Die Wahrheit ist: das Wellnesswasser enthält schon halb soviel Zucker wie Cola. Und dann auch noch in Form von Fruktose... Besser Finger weg!

Die Wahrheit ist: das Wellnesswasser enthält schon halb soviel Zucker wie Cola. Und dann auch noch in Form von Fruktose… Besser Finger weg!

Aha - Fruktosesirup geortet

Aha – Fruktosesirup geortet

Die Folge von zuviel Fruktose sind z.B. Blähungen, Durchfälle etc., denn alles was der Körper nicht isst (im Dünndarm), das essen dann die Bakterien (im Dickdarm). Hier kommt es schön zu Fäulnis- und Gärungsprozessen… und die Probleme nehmen ihren Lauf. Aber ich will mich jetzt hier nicht zu lange austoben.

Ein schönes Buch hierzu ist „Darm mit Charme“.

Fruktose und die Leber

Eine Sache noch zum Thema warum zu viel Fruktose Leberschädigend ist. Die Fruktose wird in der Leber zu Glukose umgebaut. ALLE Zucker werden dort in Fruktose mithilfe unseres Stoffwechsels am Ende zu Glukose, weil diese die für unseren Körper verwertbare Energiequelle ist.

Teile der Fruktose werden in der Leber als Glykogen eingelagert, welches die Speicherform von Glukose darstellt.

Insgesamt lässt sich vereinfacht sagen, dass die Leber mit Fruktose sehr belastet wird und dieses noch mehr Auswirkungen haben kann, die am Ende zu Gicht, Diabetes etc. führen. Eine Vorstufe der Diabetes, die Insulinresistenz führt dazu, dass das Glykogen nicht mehr gebildet werden kann. Uns fehlt einerseits eine wichtige Energiequelle – und andererseits muss der Körper was mit der Fruktose machen und bildet dann stattdessen Fett. Dieses Fett wird dann in der Leber eingelagert und es entsteht eine sogenannte Fettleber.

Was es früher so noch nie oder sehr sehr selten gab, wird heutzutage immer populärer – im negativen Sinn. Ich habe schon Leute damit prahlen hören und sich darüber lustig machen.

Dabei ist es alles andere als witzig, denn unsere Leber ist unser wichtigstes Organ mit einer schier irrsinnigen Selbstheilungskraft. Aber wenn der „Point of no return“ mal überschritten ist, haben wir gar nix mehr zu lachen. Aber keine Panik: das dauert ein bisschen.

Und mit einer gesunden veganen Ernährung ohne Fertigprodukte und zugesetzte Zucker, sind wir auf dem allerbesten Weg uns lange gesund und fit zu halten..

Fruktoseintoleranz? Fruktosemalabsorption?

Häufig wird von Fruktoseintoleranz gesprochen wo eigentlich eine Fruktosemalabsorption gemeint ist. Hier zur Unterscheidung:

Die Fruktoseintoleranz ist angeboren und betrifft den Stoffwechsel der Fruktose in der Leber. Hier ist absoluter Verzicht von Fruktose notwendig.

Die Fruktosemalabsorption ist wie der Name schon sagt: „mal“ – schlecht (frz.) und „Absorption“ – die Aufnahme. Die Fruktose wird also schlecht aufgenommen. Dies liegt zumeist am „zuviel“ und man kann es wieder in den Griff bekommen. Hier gilt: der Fruktosekonsum muss auf ein Minimum reduziert werden, aber nicht komplett, damit der Körper nicht aufhört die Taxis zu produzieren. Dann kann mit Hilfe einer Ernährungsberatung der Konsum langsam wieder erhöht werden bis die persönliche Schwelle erreicht ist.

Manchmal ist aber auch eine Zöliakie im Hintergrund und wenn diese therapiert wird, kann sich die Fruktosemalabsorption auch wieder geben. Aber wie gesagt: dies gehört in die Hände von Ärzten und Ernährungsberatern.

Noch mehr erfahren:

Einen sehr ausführlichen Artikel zu Fruktose findet Ihr hier. Entsprechende Studien sind verlinkt und es ist wirklich sehr gut erklärt.

Ich hoffe ich konnte Euch mit meinen Ausführungen helfen und wünsche Euch eine schöne Restwoche.

Ab März gibt es im Übrigen Monatsthemen, welche teilweise so richtig schön aufeinander aufbauen. Es geht nun erst einmal um Vegane Kinder und ab April bearbeiten wir dann nacheinander: Vegane Schwangerschaften, dann Stillzeit, dann Babies und dann Kleinkinder – bis hin wieder über Kinder zu veganen Teenies. Ich habe viele Gastbeiträge mit dabei. Ihr könnt Euch also schon freuen.

Tragt Euch schnell in meinen Verteiler ein, damit Ihr nichts verpasst.

Alles Liebe

Eure Carmen