Mein Name ist Justien, ich bin 17 Jahre alt und habe einen 11 Monate alten Sohn namens Jonte.

Er war ein absolutes Wunschkind und ich wusste schon vor der Geburt, dass ich ihn mindestens ein Jahr stillen will.

Ich entband in einem Krankenhaus und es verlief leider nicht nach meinen Wünschen.  Er kam zwar zum Glück vaginal zur Welt – jedoch habe ich Schmerzmittel und schlussendlich sogar eine PDA bekommen.

Im Krankenhaus hat man leider immer den Kaiserschnitt im Nacken mit dem leider sogar fast gedroht wird. Gerade bei uns war das der Fall weil wir bei ET+7 waren.

Medikamente die während der Geburt verabreicht werden, können bis zu einem Monat im Organismus des Babys nachwirken. Ich glaube das war bei uns der Fall, denn Jonte schlief immer sehr schnell ein und wachte zum trinken auch selten auf.

Mein Sohn hat die ersten 2 Tage nur 2 mal kurz trinken wollen, das maximale abgenommen und war von da an ein sehr dünnes Baby wobei er mit über 3.800 Gramm zur Welt kam.

Er war nichtmal 2 Wochen alt als unsere Hebamme drängte zuzufüttern; dazu gab es eigentlich keinen Grund weil er nicht abnahm und genug Windeln nass machte.

Ich ließ mich breitschlagen. Weinend fütterte ich zu, wohlwissend das Zuführen der Beginn vom Abstillen ist. Nach kurzer Zeit bevorzugte er die Flasche, meine Milch ging zurück und es war schon fast zu spät.

Doch dann habe ich gegen den Rat der Hebamme aufgehört zuzufüttern – und wenn man konsequent bleibt geht das Baby auch wieder an die Brust.  Eine sehr kompetente Frau sagte mir vor kurzem 48 Stunden sind ein guter Richtwert und das kann ich nur bestätigen.  In der Zwischenzeit darf man nur mit Löffel oder Becher füttern und die Brust sollte nackt, also verfügbar, sein. Das alles wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Jonte trank nur sehr wenig. Er schien es zu hassen.

Mein Sohn nahm schlecht zu obwohl ich das Gefühl hatte ihn nach Bedarf anzulegen. Er trank nicht oft und dann auch nur 5 Minuten, ich mache mir häufig Sorgen aber er nahm langsam immer ein wenig zu und entwickelte seine Fähigkeiten sehr schnell weiter. Später erfuhr ich, dass Babys schon vor dem Schreien ihren Hunger signalisieren mit z.B. ,,züngeln“ (dabei strecken sie die Zunge lustig hervor). Wenn sie dann sehr starken Hunger haben, schreien sie. Wenn man sie dann anlegt, schlafen sie gerne schnell ein oder docken fustriert ab, schreien und nehmen auch nicht viel zu sich.

Mit 5 Monaten wurde der Druck der Kinderärztin zuzufüttern (was ich nicht wollte wegen des Abstillens) so groß, das ich begann ihm Brei zu geben obwohl ich frühestens mit 6 Monaten mit BLW beginnen wollte.

Er nahm dann endlich zu und der Druck von außen legte sich. Die Stillprobleme spitzen sich jedoch immer weiter zu. Er trank beinahe nichts mehr – und dann streikte er mit 8 Monaten 4 lange Tage und wir gaben ihm wieder Flaschenmilch.

Das mussten wir dann wieder unterbinden denn eigentlich wollte ich ihn doch stillen!

Nach 48h trank er endlich wieder Muttermilch und seit dem ist Stillen für uns wundervoll. Er leckt an meinem Schlüsselbein und zieht an meiner Kleidung wenn er stillen will und beim ins Bett gehen oder in der Nacht stillen wir auch im liegen und kuscheln dabei.

Ich bin sehr froh, durchgehalten zu haben obwohl mir meine Hebamme, Familie, die Kinderärztin und 3 Stillberaterinnen der LLL nicht helfen konnten. Schlussendlich half und rettete eine Stillberaterin, die ich in einer Facebookgruppe kennen lernte unsere Stillbeziehung.

Ich habe das Gefühl wir sind nun über den Berg und werden sicher noch ein oder zwei jahre weiter stillen.

Zum Schluss möchte ich noch sagen das man in keinem Fall beginnen sollte zuzufüttern, man sollte immer seine Wünsche und Vorstellungen durchbringen und keine Tips von Stillberaterinnen annehmen, die behaupten das Kinder um ca. 1 Jahr sich selbst abstillen. Das ist nicht natürlich, in diesem Fall gibt es ein Problem welches erkannt und überwunden werden muss. Bei uns war es schlussendlich Monatelang eine Saugverwirrung die nur durch die Entfernung aller künstlicher Sauger überwunden werden konnte. Ich glaube außerdem, dass eine Krankenhaus Geburt das Stillen erschwert, weil man dort um Schmerzmittel und andere Interventionen nicht herum kommt. Unser zweites Kind wird nicht im Krankenhaus geboren werden, länger voll gestillt werden, keinen Brei bekommen und ich werde viel gelassener sein und auf anderer Leute Meinung einen feuchten Pups geben.

Ich bin überzeugt, dass fast jede Frau Schmerzmittelfrei und vaginal… Sogar beinahe allein..  gebären, stillen und somit den besten Start für ihr Kind schaffen kann um groß und stark zu werden. Ich will jeder Frau Mut machen; Stillprobleme sind lösbar und liegen nicht an der Mutter sondern an der schlechten Information darüber, wie eine Stillbeziehung wirklich aussieht!

Ich hoffe dir hat dieser Gastbeitrag von Justien gefallen? Wir war deine Erfahrung mit der Stillzeit? Hattest du Anlaufschwierigkeiten und Hilfe? Dann hinterlasse doch ein Kommentar.

Alles Liebe

Deine Carmen

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1 Kommentar

  1. Respekt Justiene! Toll das mit 17 so durchzuziehen und über so viel Hintergrundwissen zu Verfügen. Wir hatten sehr ähnliche Probleme. Unser Sohn war 15 Tage “ zu spät“ und unsere Gynäkologin wollte uns am spätestens 7. Tag einleiten. Da wir aber eine Hausgeburt wollten haben wir uns in der 38. Woche von ihr verabschiedet. Wir hatten ein tolles Hebammenteam und ein gutes alternatives Krankenhaus im Rücken, welche alle sehr viel Geduld aufbrachten und uns in unseren Sohn vertrauen ließen. So wurde er nach 19 Stunden Geburt mit mehreren Stunden Geburtsstillstand ( mit Presswehen)zu Hause geboren. Das Stillen lief wie bei dir ab. Keine Gewichtszunahme, aber halt auch keine Abnahme. Hausarzt und Hebamme wurden diesmal sehr ungeduldig und wenn ich mir im Nachhinein Fotos anschaue von unserem schmalen Kerl kann ich sie verstehen. Aber wir haben wieder unserem Sohn vertraut. Mit 12 Wochen ging es endlich bergauf und mit Punkt 4 Monaten hat er sich selbst das Essen vom Tisch geholt.

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