Liebe zwischen Veganern und Fleischessern?

Geht so etwas überhaupt? Laut einer Befragung von vegan.eu und Gleichklang gehen die Meinungen sehr stark auseinander. Ja sogar meine eigene Meinung zu diesem Thema hat sich in den letzten Jahren um 180 Grad gedreht.

Da ich ja aktuell Single bin – und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit 2 Jahren – mache ich mir ab und zu Gedanken zu diesem Thema und mir sind dabei verschiedene Anzeichen aufgefallen, die stark darauf hindeuten, dass eine „Mischehe“ unter Veganern und Fleischessern wahrscheinlich in vielen Fällen kaum noch möglich ist. (-> Die Anzeichen findest du am Ende des Artikels. Wenn du meine persönliche Meinungsbildung mehr nachvollziehen möchtest, dann lies auch alles andere davor. ;))

Jetzt werden wahrscheinlich Rufe nach mehr Respekt und Toleranz laut, Vergleiche mit Hautfarben, Nationalitäten und Religionen werden angebracht.

Warum ist das nicht vergleichbar?

Die meisten Veganer leben und essen aus ethischen Gründen vegan. Gesundheitsmotivierte Veganer werden sich ebenfalls an einem bestimmten Punkt unweigerlich mit den ethischen Aspekten der Massentierhaltung und weiteren Auswirkungen auf Klima, Welthunger und dergleichen befassen.

Ein veganes Leben bedeutet seine Werte zu leben. Meiner Meinung nach bilden die Werte den Grundstein einer harmonischen Beziehung. Lebt der Partner völlig entgegengesetzte Werte, wird es zwangsläufig zu Unfrieden kommen. (Ich schreibe verallgemeinernd; Ausnahmen kann es geben.)

Eine andere Hautfarbe oder Nationalität zu haben, hat nichts mit Werten zu tun. Selbst eine andere Religion zu haben steht auf einem anderen Blatt Papier, denn unterm Strich ist Religion einfach nur Religion. Das lässt sich vereinbaren – auch wenn es oft zu Spannungen führen kann.

Ernährt man sich aus gesundheitlichen Gründen vegan, ist es noch relativ einfach den Partner Fleisch, Milchprodukte und Eier essen zu sehen. Obwohl es schon herausfordernd ist, wenn man um die negativen Folgen einer Ernährung mit tierlichen Produkten weiß und man die Klappe halten muss. Aber jeder ist nun einmal für seinen eigenen Körper selbst verantwortlich…

Meine Ex-Erfahrungen mit Fleischessern

Das ging mir selbst in meiner vorletzten Beziehung so. Ich hatte einige Monate nach unserem Kennenlernen (schon 10 Jahre her hui wie die Zeit vergeht) aus gesundheitlichen Gründen meine Ernährung auf das Säure-Basen-Verhältnis umgestellt, mich überwiegend (95%) bis phasenweise ausschließlich vegan ernährt und kaufte ab diesem Zeitpunkt nur noch Bio-Lebensmittel. Mein damaliger Ex hatte null Verständnis dafür, obwohl ich meine Einkäufe selbst bezahlte. Es gab immer wieder Diskussionen, da er absolut davon überzeugt war, dass mein körperliches Wohlbefinden nicht mit der Ernährung zusammen hängt. Und das obwohl meine Beschwerden innerhalb von einer Woche zu 95% verschwunden waren und blieben. Wir hatten eine Patchworkfamilie mit drei Kindern (keine gemeinsamen). Samstags gingen wir getrennt einkaufen. Ich im Bioladen und er beim Discounter. Das änderte sich auch nicht nachdem ich 100% vegan wurde. Wir hatten unterschiedliche Fächer im Kühlschrank. Da er nicht kochte, musste er wohl oder übel die Hauptspeise vegan essen. Morgens und abends holte er seine Wurst und seinen Käse raus. Wochentags ging er immer in einem kleinen Restaurant zum Mittagstisch und aß was auf der Tageskarte stand. Vegan war es nie, vegetarisch nur selten. Die ständigen Diskussionen gingen mir an die Substanz, die Alleingänge beim Einkaufen machten mich traurig. Wir hatten doch eigentlich hauptsächlich das Wochenende für uns – und dann gingen wir getrennter Wege. Das war allerdings nicht nur ein Problem der veganen Ernährung, sondern zusätzlich noch die unterschiedliche Meinung zum Thema Discounter oder Bio…

Hinzu kam, dass ich ihn nicht mehr küssen wollte, denn die Ausdünstungen wurden von Monat zu Monat unangenehmer. Körperliche Nähe ist in einer Partnerschaft sehr wichtig. Wenn man sich selbst sehr gut, vegan und überwiegend frei von Giftstoffen (natürliche Bio-Lebensmittel) ernährt, während der Partner völlig unreflektiert weiterhin alles in sich hinein schaufelt, was der Körper dann wieder loswerden muss, ist es nicht verwunderlich, dass das Näschen eines Veganers nicht mehr mitkommt. Dieses Geruchsproblem ist leider nicht weg zu diskutieren und wurde mir bereits von vielen Frauen bestätigt.

Der Nächste bitte…

Nach der Trennung, die jedoch überwiegend andere Gründe hatte, lernte ich recht schnell einen anderen Mann kennen und lieben. Leider war er weder Vegetarier noch Veganer. Allerdings war er anfangs – und ich betone noch einmal anfangs – sehr offen und aß mit mir zuhause vegan. Unterwegs aß er dann mischköstlich, was zu diesem Zeitpunkt für mich schon semi-schwierig war. Das Geruchsproblem hatten wir am Anfang auch noch nicht. Frisch verliebte Nasen riechen über so etwas gerne mal hinweg. Er hatte ohnehin einen stärkeren Körpergeruch, das er halber Afrikaner war. Daran gewöhnte sich mein Geruchssinn allerdings immer rasch.

Ich wurde relativ schnell – mehr oder weniger ungeplant – schwanger. Ab diesem Zeitpunkt veränderte sich nicht nur meine Wahrnehmung beim Riechen, sondern parallel auch sein Verhalten. Die meiste Zeit führten wir ohnehin eine Fernbeziehung zwischen zwei Kontinenten. Als er dann jedoch um den Zeitpunkt der Geburt viele Monate in Deutschland war, stieg sein Fleischkonsum immer weiter an. Damit veränderte sich auch der Körpergeruch sehr stark. Während er ständig von den schlimmen Bedingungen in der Massentierhaltung sprach, kaufte er dennoch gleichzeitig das Massentierhaltungsfleisch ein. Die meisten Lebensmittel kaufte er übrigens meinetwegen im Bioladen, das Fleisch allerdings in normalen Supermärkten. Seine Mutter – selbst Vegetarierin – brachte ebenfalls fast täglich noch etwas vorbei, damit ihr Sohn auch genug Fleisch bekommt. Immerhin hatte ihr Hausarzt gesagt, dass Afrikaner nicht ohne Fleisch leben könnten. Die Absurdität kennt keine Grenzen.

Für mich war es schrecklich. Aber was macht man in so einer Situation? Normalerweise rate ich immer dazu in einen respektvollen Diskurs zu gehen. In meinem Fall war es nicht möglich, denn selbst der vorsichtigste Versuch verursachte einen Vulkanausbruch. Mein Ex hatte leider stark narzisstische Züge. Wer sich schon einmal mit diesem Thema beschäftigt hat, wird wissen dass Narzissten am Anfang der Beziehung genau das tun, was man sich erhofft und erwünscht und erst später ihr wahres Gesicht zeigen. Dazu mache ich sicherlich noch einmal einen separaten Beitrag und ein Video bei YouTube. Ich war verzweifelt – hochschwanger und schließlich mit einem kleinen Baby – und litt vor mich hin.

Die Trennung erfolgte als mein Sohn 9 Monate alt war und nachdem ich erfahren hatte dass ich bereits seit einem Jahr betrogen wurde. Ich packte seine Taschen und warf ihn aus meiner Wohnung, bzw. seinen Kram, denn er war ja in Afrika. Alles hat seine Grenzen. Mein Kühlschrank ist seitdem glücklicherweise völlig tierleidfrei geblieben.

Ein letzter Versuch

Danach ging ich erstmal in mich und überlegte WAS mir in einer Beziehung wirklich wichtig ist und welche Dinge dem völlig gegenüberstehen. Und ich spürte, dass ein unreflektierter Esser für mich nicht mehr in Frage kommt, da es für mich ein viel zu wichtiges Alltagsthema ist. Darüber hinaus hatte ich ja mit Beginn der Schwangerschaft beschlossen mich beruflich (Berufung) um das Thema gesunde vegane Ernährung zu kümmern. Der Anteil des veganen Lebens in meinem Dasein wuchs also sehr stark. Wie soll ich mein Alltagsthema mit einem Fleischesser vereinbaren?

Einige Monate danach wagte ich dennoch noch einmal einen Versuch mit einem Mischköstler, da ich in diesem Moment spürte, dass ein höherer Sinn in der Begegnung steckte. Als promovierter Biologe unterrichtete er an der Uni angehende Mediziner und Oekotrophologen.   Er schaute mit mir sogar „Gabel statt Skalpell“ und war ziemlich erschüttert; hat einige Meinungen ändern können. An seiner eigenen Lebensweise änderte es allerdings nichts. Tierliche Produkte durfte er nicht zu mir mitbringen. Wir gingen sehr schnell wieder getrennte Wege, bevor mehr entstehen konnte. Das war vor einem Jahr. (Übrigens: es ist dir richtig aufgefallen. Ich sprach zu Beginn des Artikels davon, dass ich bereits 2 Jahre Single bin. Das liegt daran, dass ich mit diesem Mann noch so an der Oberfläche war, dass mein Single-Status sich nicht geändert hatte.)

Seitdem hat sich meine Grenze noch mehr verschoben. Einen Mischköstler könnte ich nur noch an meiner Seite haben, wenn er schon mit einem Bein Veganer ist, wenn er um die Zustände weiß und WIRKLICH schon bewusster damit umgeht, wenn er sich schon gesund und vollwertig ernährt und natürlich Bio einkauft. Wenn er durch mich maximal noch den letzten Stein des Anstosses bekommt.

Ich bin einfach müde mir von einem Partner Veganer-Witze anzuhören oder aufgezogen zu werden, Diskussionen zu haben warum vegetarisch nicht reicht und und und… Ich bin wirklich MÜDE. Wenn ich noch einmal eine Beziehung eingehe, dann sehr gerne mit viel Frieden und Gemeinsamkeiten und ohne Diskussionen darüber warum ich mich und die Kinder vegan ernähre. Das Vegansein ist für mich ein elementarer Bestandteil meines Lebens, der weitreichendere Auswirkungen hat als meine eigenen vier Wände. Darüber diskutiere ich nicht mehr mit einem Partner. Ich würde maximal noch darüber diskutieren wie ich es noch besser machen kann.

Ein Vegetarier als Partner wäre schon toll. Am liebsten wäre es mir allerdings, wenn der Mann schon Veganer ist. Und am allerbesten wäre es, wenn er ebenso wie ich seine Berufung lebt und wir unsere Energien in gemeinsamen Projekten bündeln könnten.

Fleisch bei mir zuhause? No way. Über Milchprodukte und Eier müsste ich nachdenken. Vielleicht zum Übergang…Puuuuh.

Bin ich jetzt intolerant und respektlos? Nein das bin ich nicht. Ich habe Respekt vor allen Menschen und toleriere jede Einzelentscheidung. Ich lebe undogmatisch. Allerdings bin ich inzwischen sehr oft an meine eigenen Grenzen geraten. Es ging mir immer schlechter dabei Fleisch, Eier & Co. in meinem Kühlschrank zu sehen und ich empfand die Ausdünstungen meiner Partner immer als unangenehm. Wie soll ein wundervolles Liebesleben auf dieser Basis möglich sein? Es geht also in diesem Fall um mein eigenes Wohlbefinden, meine eigene Grenze. Ich kann es nicht beeinflussen, wenn es mir nicht gut geht, wenn ich tierliche Lebensmittel um mich habe – und ganz ehrlich: ich möchte es auch nicht mehr. Ich möchte ja auch nicht, dass mein Partner kriminell ist. Das klingt jetzt sehr drastisch und ist auch ein wenig überspitzt. Es dient einfach nur der besseren Erklärung.

„Mischehen“ und Kinderernährung

Bekommt ein Paar aus Veganer und Mischköstler oder Veganer und Vegetarier zusammen ein Kind (oder mehrere), wird die Diskussion herausfordernder. Von meinen Kunden*innen weiß ich, dass es überwiegend Mischformen gibt. Meistens zieht der Partner dann schon ziemlich gut mit, oder die Kinder essen viel vegan, aber nicht ausschließlich. Häufig essen Partner auch nur noch außer Haus mischköstlich und zuhause komplett vegan oder mindestens vegetarisch. Ich kenne eigentlich niemanden, der eine Fleischesser-Veganer-Mischehe als Optimum bezeichnet, auch wenn es grundsätzlich möglich ist. Belehrt mich gerne eines Besseren.

Schwierig wird es, wenn kein Kompromiss gefunden werden kann. Insbesondere nach Trennungen von mischköstlichen Partnern, die immer an der vergangen Ernährung der Kinder rummäkeln und das auch lautstark vor den Kindern promoten (ich kann ein Liedchen davon singen)… kann es ausarten.

Am hilfreichsten ist für solche Situationen eine Mediation mit einem Profi. Es kann und darf nicht sein, dass die Kinder unter der Uneinigkeit der Eltern leiden. PUNKT!

Und jetzt kommen sie endlich, die:

7 Anzeichen dass nur ein veganer Partner in Frage kommt…

…oder dass du mit einem Veganer ein friedlicheres Leben führen KÖNNTEST (das muss nämlich auch nicht zwangsweise sein).

  1. Es ist dir wichtig mit deinem Partner über deine Beweggründe und die vegane Ernährung und ihre Auswirkungen im Allgemeinen zu sprechen.
  2. Du leidest, wenn du unvegane Produkte im Kühlschrank hast/siehst, weil du sie sofort mit Tierleid verknüpfst und dieser Gedanke für dich unerträglich ist.
  3. Du engagierst dich stark im Tierschutz und für Tierrechte. Tierleid macht dich traurig oder krank.
  4. Der Gedanke daran, dass dein Partner noch Fleisch isst, belastet dich sehr.
  5. Du kannst/konntest deinen Partner nicht mehr riechen und küssen, da der Genuss von Fleisch einen stärkeren und unangenehmen Körpergeruch verursacht.
  6. Du hast dein eigenes Leben, deine Werte zur Berufung gemacht um andere aufzuklären.
  7. Du wünschst dir einen Partner, der die gleichen Werte lebt und der sich mit dir zusammen für eine neue, bessere Welt einsetzt.

Und was machst du jetzt, wenn diese Anzeichen zu einem großen Teil oder komplett auf dich zutreffen und dein Partner unreflektierter Mischköstler ohne Tendenz zu einer Veränderung ist?

Diese Frage kann ich dir nicht beantworten. Das kannst nur du selbst. Ich bin immer dafür – insbesondere wenn es gemeinsame Kinder gibt – Lösungen zu suchen, bevor man leichtfertig aufgibt. Es steht und fällt mit deinem eigenen Wohlbefinden und eurer Kommunikationsfähigkeit sowie Kompromissbereitschaft. Bist du in der Lage so bedingungslos zu lieben, dass du dich völlig frei machen kannst von jeglicher Betrachtung? Prima – dann ist alles gut.

Belastet dich die Situation sehr stark, solltest du etwas verändern. Eine Trennung kann, muss aber nicht, die Lösung sein. Es ist immer deine Entscheidung und sie birgt großes Potential für Wachstum – egal wie sie ausfällt. Solltet ihr nur noch Ernährungsstreitereien zu Hause haben und der Familiensegen schief hängen, leiden auch die Kinder. Dann ist es manchmal für alle Beteiligten einfacher, wenn man sich in Frieden trennen kann.

Ich hoffe und wünsche mir jedoch sehr für dich, dass du ein friedliches Leben mit deinem Partner führst – egal wie ihr euch ernährt.

Peace and Love

Deine Carmen

 

 

 

„Ja – schicke mir bitte den gratis eMail-Kurs über Vitamin B12 in Schwangerschaft, für Babies, Kinder und Erwachsene!“

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Ganz ganz lieben Dank an dieser Stelle schon einmal an dich und alle anderen, die mich schon unterstützt haben. Ihr seid großartig und haltet meine frei zugängliche Arbeit und Arbeit an Büchern am Laufen. Love you all….!!!

7 Kommentare

  1. Hallo Carmen,

    gerade habe ich durch Zufall deine Internetseite entdeckt und sah mich fast schon gezwungen, meinen allerersten Kommentar unter deinen Blog zu setzen.
    Du sprichst mir da wirklich aus der Seele. Ich bin seit etwa einem Jahr Veganerin und habe davor viele Jahre vegetarisch gelebt. Was wirklich in der Tierindustrie geschieht, war mir bis vor Kurzem nicht klar. Ich dachte immer, für Käse und Eier müsste ja kein Tier sterben, und daher wäre es völlig in Ordnung, wenn ich weiterhin tierische Produkte, abgesehen von Fleisch, konsumiere. Darauf, dass ich fälscher nicht hätte liegen können, machte mich der Film Earthlings aufmerksam. Nach vielen weiteren Recherchen und Gesprächen mit Tierschützern wurde ich schließlich Veganerin.

    Heute haben mein Freund und ich beschlossen, nach einem halben Jahr eine Beziehungspause einzulegen. Er isst sehr selten Fleisch, akzeptiert aber, dass ich vegan lebe. Er vereint viel von dem, was du in deinem Bericht geschrieben hast, in sich – er hat starke narzistische Tendenzen und empfindet meine Einstellung gegenüber Recht und Unrecht (was meine Essgewohnheiten letztendlich begründet) als immer lästiger. Ich glaube, Mischköstler wollen nicht ständig den Spiegel vorgehalten bekommen. Sie wissen vielleicht, dass viel in der Tierindustrie falsch läuft und haben vielleicht sogar Mitleid mit den Tieren, sind aber in der letzten Konsequenz zu egoistisch, um sich anzupassen und etwas zu verändern. Und gerade die Ernährung von gemeinsamen Kinder, wäre wohl zum größten Streitpunkt geworden…
    Für mich käme jetzt nur noch ein Veganer in Frage. Ich sehne mich nach Verständnis und einer Harmonischen Beziehung, ohne Rechtfertigungen oder Diskussionen um grundlegendste Überzeugungen. Klar, Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben, aber die Herzen müssen gleich sein.
    Dein Blog hat mich jedenfalls gerade sehr getröstet, da ich wohl nicht allein mit diesem Thema bin. Vielen Dank dafür!

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    • Hallo liebe Janine, es freut mich sehr, dass dir der Artikel etwas Trost spendet. Ich habe selbst mehrere Beziehungen hinter mir, in denen der Mann Mischköstler war – ehrlich gesagt hatte ich immer nur Mischköstler an meiner Seite und für mich wird das immer schwerer und unvereinbarer… Selbst die Männer mit starken Tendenzen zu wenigstens vegetarischer Ernährung verlieren nach kurzer Zeit ihre Motivation – und das obwohl ich völlig undogmatisch lebe (was man vielleicht nicht für möglich hält, da ich mich ja auch beruflich um das Thema vegane Ernährung kümmere). Die Motivation lag damit wohl eher in meiner Person begründet und nicht in der Sache an sich. Und gerade weil es für mich immer schwerer wird auszuhalten, habe ich gemerkt, dass ich meine Grenze für mich einfach ziehen möchte. Für ein Zusammenleben mit mir, müsste ich klare Regeln aufstellen. Falls der Mann noch nicht ganz vegan wäre, aber ganz offensichtlich auf seinem Weg, wären meine 4 Wände definitiv vegane Zone… Es wäre für mich unerträglich die Tierqual in meinem Kühlschrank zu sehen… Ich drück dich aus der Ferne und wünsche dir alles Gute… <3

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  2. Hallo Carmen!
    Ich kann diese Probleme gut nachvollziehen; aktuell lebe ich (fast) getrennt wegen unüberbrückbarer ‚Essenstörungen‘. Seit 36 Jahren verheiratet, ab 2016 erst Vegetarier (was gelobt wurde) und anschließend der unvermeidliche Schritt zum Veganer. Wobei ich dies ausschließlich aus Tierschutz/ Umweltschutzgründen tat. Bis dahin hatte ich mehr als fünfzig Jahre Leichenteile in jeder Form konsumiert, und dies täglich und in Mengen! So. Wie viele Gleichgesinnte bin ich sowohl allgemein als auch ‚beziehungstechnisch‘ durch so einige mehr oder weniger schlimmen Höllen gegangen… Ständig dieses „Bist du noch auf dem Psycho-Trip“ bis zum „Ich-kann- nicht- mehr -mit -dir- zusammenleben“ ist alles dabei! Und das macht mich ganz schön fertig- vor allem, weil keiner (vor allem meine Frau) hinter mir steht und meine Beweggründe nachvollzieht…Es ist ja schon schwierig genug beim Einkaufen und erst recht schlimm in Gastwirtschaft / Restaurant- aber daheim: Katastrophe. Schlicht und einfach: Ich fühle mich oft wie ein ‚Aussätziger‘, grade hier im ländlichen Bereich- in Universitätsstädten weht ein anderer Wind- Was ich mich frage: Sind alle Karnisten ohne Empathie, angesichts der massenhaften Skandale und Mißstände der „Nutz“Tierhaltung, die ständig offengelegt werden? Wie kann ein Stück Fleisch „schmecken“, das unter grausamsten Bedingungen „erzeugt“ wurde, und, wie auch beim BIOfleisch, das Tier getötet wird?? Oder die Milchkuh, die in fünf Jahren ständig Kälber bekommen muß, damit die Literleistung paßt und kein Leben hat(te)? Denkt denn keiner nach über das, was passiert und daß jeder entscheiden kann?
    Ich wünsche euch allen, die ihr euch entschieden habt, tierleidarm (-frei ist fast unmöglich!) zu leben, viel Kraft und laßt es euch von niemand schlechtreden: Denn ihr habt die Zukunft in euren Händen…

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    • Hallo Thomas,
      ja das ist genau das, was ich meine. Selbst wenn man in der Lage ist und damit umgehen kann, dass der Partner weiterhin Leichenteile in sich hinein schaufelt, ist es spätestens an diesem Punkt eigentlich nicht mehr möglich. Wenn man selbst vom Partner gefragt wird, wann man wieder normal im Oberstübchen tickt o.Ä., ist das ganz schön hart. Ich weiß es nicht warum die anderen das nicht checken was in der Massentierhaltung abgeht. Ich würde mal vorsichtig sagen „noch“ nicht, bzw. ist die notwendige Veränderung ja auch erstmal unbequem. Und solange man selbst zu bequem ist, muss man sich ja irgendwie rechtfertigen. Das funktioniert am besten, wenn man die anderen nieder macht, oder sich über sie lustig. Beides sind gängige Varianten. Das ist nicht nur beim Thema Veganismus so, sondern wohnt dem Mensch (leider) inne. Und wie du sagst: Du warst ja auch lange auf der anderen Seite, wie die meisten von uns Veganern. Insofern plädiere ich auch immer wieder für Verständnis. Aber es hat eben auch alles seine Grenzen, wenn es ums Zusammenleben geht…
      Liebe Grüße und alles gute für dich, Carmen

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      • Gruezi Carmen,
        deine Worte haben gutgetan- es geht mir ja nicht darum, Anderen eigene Ansichten als die einzig „Wahren“ aufzuzwingen. Ich habe auch nicht vergessen, daß ich, selbst als die Kinder klein waren, fleißig (wie meine Frau und viele andere auch!) überall außer im Auto, Schlafzimmer oder Wartezimmer viele Jahre geraucht habe. Es war einfach gang und gäbe…Kann man sich heute nicht mehr vorstellen! War aber so die „Normalität“!
        Was mich einfach ehrlich gesagt ärgert, ist dieses Unverständnis auch von Menschen, die eigentlich, wie soll ich sagen, einen klaren Blick für das, was in der Welt passiert, haben. Gebildete. Am Wochendende waren wir bei der Gnadenhochzeit(!) meines Bruders, und ein entfernter Verwandter titulierte mich wegen meiner langen Haare und meines Musikgeschmacks als „ewig Gestriger“- Ich erklärte ihm, daß weder das Eine noch das Andere „gestrig“ ist, weil ich immer so war. Und auch bleibe. Unterstützung bekam ich von einer Seite, wo ich es nicht erwartet hatte! Nein, sagte eine Dame, das ist ein zu spät geborener 68er! Der ist einfach so! Und das ist gut!
        Doch das nur am Rande. Aus meiner Sicht ist ein Umdenken dringendst nötig, und zwar so schnell es möglich ist! Veganismus hat ja zwingend auch mit globalem Umweltschutz (=Zukunft!) zu tun. Denkt denn keiner an seine Nachkommen? An das, was jetzt in Riesenschritten auf die geschundene Erde zukommt? Und damit auf alle Lebewesen! Haben denn nur wenige begriffen, daß das Sytem Kapitalismus endlich ist? Oder Religion- ich bin mit 59 aus der Kirche ausgetreten- aus Überzeugung…Nicht weil die Organisation grundsätzlich schlecht ist, sondern weil ich schon lange Atheist bin. Das ersparte Geld bekommt PETA. Und das Tierheim, wo unser Hundi herkommt.
        Ich habe einen Enkel, der im Freiburger Raum aufwächst, da, wo die ökologische Lebensweise daheim ist. Sehen kann ich ihn nicht oft- aber ich bin sehr glücklich, daß er mit Werten aufwächst, die nicht hauptsächlich auf „Tradition“ basieren, sondern auf Veränderung, freiem Denken, Wandel und Fortschritt im Sinne der Umwelt. Wo Nachhaltigkeit kein Wort ist, sondern Fakt. Dort weht, nicht nur wegen der vielen Studenten und jungen Menschen, ein „anderer Wind“ als in der „Provinz“! Und dort habe ich vor einigen Jahren das erste Mal vegen gegessen. Das war der Punkt.
        Zum Schluß: Der älteste Hund der Welt starb mit 27 Jahren und wurde vegan ernährt. (Ich bin mir sicher, daß mein Schnüffelstück kein Problem damit hätte, statt Fleischabfälle wie Hühnerzehen, Innereien aller Couleur täglich in sich `reinzustopfen, aber die Partnerin schon!!)
        Liebe Carmen, auch wenn wir uns nicht persönlich kennen- es sollte viel mehr Menschen wie dich geben! Und wenn du damit deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst, umso besser! Es ist höchste Zeit für Veränderungen der Gesellschaft- siehe alle lebensnotwendigen Dienstleistungen wie Pflege, Krankheit etc.
        Alles Gute für dich und deine Familie
        Thomas

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  3. Hallo Carmen,
    Oh Mann,Dein Blog hat mir gerade aus der Seele gesprochen!!!!Vor allem das „müde sein “ von diesen ganzen Diskussionen die man manchmal zwangsläufig hat.
    Ich hab mich vor kurzem von meinem veganen Freund getrennt der gefühlsmäßig ein Eisklotz war.
    Ich dachte mir „lieber ein Flrichfresser der ein Herz hat“.
    Tja nun habe ich jemanden kennengelernt der Zwar liebevoll zu sein scheint aber alles isst.
    Er probiert zwar alles aber scheint zumindest jetzt noch nicht wirklich offen für eine Umstellung zu sein.
    Und es nervt mich jetzt schon.
    Ich hätte gedacht ich bin da offener aber dem ist nicht so.
    Und die Klappe zu halten wenn er Cola und dieses ganze Zuckerzeug in sich rein schüttet fällt wirklich schwer..
    Mal sehen was daraus noch wird.achja und das mit dem Geruch ist sehr interessant,da muss ich mal drauf achten.
    Bei leider sehr vielen Menschen ist vegan noch sehr exotisch,obwohl es einem doch mittlerweile überall begegnet.
    Ich wünsche Dir alles Gute und schöne Feiertage und das alle Singles unter uns bald ihr passendes Gegenstück finden,so wie sie es sich wünschen.:-)
    Lg Sarah

    Antworten
    • Ja genau – ich verstehe dich 100%. Ein empathieloser Veganer hilft auch nicht viel. Das erschwert die ganze Sache. Und einen unreflektierten Mischköstler zu erwischen ist ja quasi noch schlimmer, denn da kommt nicht nur die Blindheit gegenüber Massentierhaltung und anderen Auswirkungen dazu, sondern auch der gesundheitliche Aspekt. Wenn man das anders sieht, wird es schwierig. Wenn man das schon am Anfang merkt, wie soll das auf Dauer gut gehen? Und auf der anderen Seite sind da vielleicht auch wieder Lernaufgaben versteckt. Respekt anderen gegenüber? Oder eher „Was bin ich mir selbst wert und was tue ich mir selbst damit an?“ Ich war lange zu sehr auf der Suche und habe deshalb zu viele Kompromisse in jeglicher Hinsicht gemacht. Nun weiß ich was mir wichtig ist und ich möchte, dass die grundlegenden Werte übereinstimmen, weil ich es zu oft anders erfahren habe… Ich wünsche dir ganz viel Erfolg, Glück und alles Liebe für deinen Weg.
      Carmen

      Antworten

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