Manchmal bringen unsere Kinder uns an den Rand der Verzweiflung

Ich bin gerade stink-wütend. Stink-wütend und genervt. Und sauer. Sauer ohne Ende! Und ein bisschen traurig. Und diese Emotionen will ich nun hier in produktive Bahnen lenken, damit eventuell andere Eltern diese Zeilen lesen und merken: Sie sind nicht allein. Und es geht uns allen mal so.

Wir lieben unsere Kinder selbstverständlich über alles, aber manchmal… Manchmal bringen sie einen an den Rand der Verzweiflung. Vielleicht auch gerade dann, wenn man andere Wege der Elternschaft sucht und eben rücksichtsvoll und bedürfnisorientiert und auf Augenhöhe mit seinen Kindern agieren will. Freiere Kinder sind eben auch… Nun ja, eben freier.

Das heißt dann leider auch, dass sie sich unter Umständen in den unpasstensten Momenten „daneben“ benehmen. Und dass ist mir persönlich dann doch auch unter Umständen schon mal unangenehm. Um nicht zu sagen peinlich. Ja, gerade eben waren sie mir wirklich etwas peinlich.

Bestrafung wäre so einfach!

Und das zu schreiben, macht mich wiederum sehr traurig und ich ärgere mich, denn meine Kinder sind auch einfach toll und wunderbar. Aber manchmal verstehen sie nicht, warum man sich so und so zu verhalten hat oder dass man andere mit Worten auch verletzt. Und ich will ja auch nicht, dass sie sich für die Gefühle verantwortlich fühlen, die sie bei mir oder andern auslösen… Arrgh! Bestrafung wäre so einfach! Oder auch nur Sanktionieren. Nach dem Motto: „wenn du nicht das und das dann passiert aber das und das!“ oder „Machst du das und dies, darfst du nacher nicht dies und jenes!“, solche Sprüche, wie man eigentlich ständig von Eltern hört oder sogar Sprüche, die meine Kinder sich selbst gegenseitig drücken. „Wenn du mir nicht die Puppe gibst, lade ich dich auch nicht zu meinem Geburtstag ein!“ Die Einladung ist ein überaus beliebtes Druckmittel bei meinen Kindern und dieses wird auch oft gegen uns Eltern angewendet.

Wie vermittelt man also den Kindern ohne Bevormundung und Schuldzuweisung, mal nicht so laut vermeintlich lustige Wörter (in der Art von Pipi-Kacka-Furz) zu kreischen?! Oder dass man in einer Bank nicht um die Säule rennt?! Oder im Supermarkt in den Gängen Fangen spielen auch nicht so super ist, wenn man dabei weder nach links noch nach rechts schaut?! Oder dass sie sich gegenseitig nicht ablecken sollen?!

Ist mein Weg der Richtige?

Manchmal beginne ich dann zu zweifeln… Ist mein Weg der richtige? Werden meine Kindern nicht doch irgendwann zu den gefürchteten rücksichtslosen Tyrannen? Immerhin sind sie nicht mehr zwei, sondern schon fast fünf und fast vier…

Aber dann…

Wird mir wieder klar: Sie sind auch nicht immer so. Sie sind eben noch Kleinkinder und nicht ohne Grund beginnt die Schulpflicht erst mit sechs Jahren. Eben weil Kinder in diesem Alter noch nicht so ruhig sitzen bleiben können und sie es noch nicht so mit Regeln haben.

Und außerdem: Hören sie in anderen Bereichen doch ganz großartig. Im Straßenverkehr beispielsweise. Oder auch, dass Hauen eigentlich nicht richtig ist (manchmal geht das Temperament aber dann doch mit ihnen durch, schließlich streiten sich auch die liebensten Geschwister regelmäßig). Oder sogar, dass man sich die Zähne putzen muss oder bei uns nur in der Küche gegessen wird. Oder aber auch, dass sie Fleisch von sich aus ablehnen. Und Anstellen oder auf dem Spielplatz auf Babys zu achten… Und noch vieles mehr.

Und nun sitze ich hier an meinem Laptop und fühle einfach, dass meine Kinder keine Tyrannen werden. Sie sind doch noch kleine Kinder, die sich gegenseitig zu Unfug anstiften, wie es auch einfach normal für Kleinkinder in dem Alter ist. Und dass sie ihre Eigenarten vor uns ausleben, ist eigentlich etwas Gutes! Andere Kinder würden sich vielleicht eher heimlich so verhalten, wie es meine Kinder auch öffentlich tun.

Ich will nicht, dass meine Kinder kuschen

Heute ist eigentlich auch der erste Tag seit langem, dass ich so sauer war… Vor einigen Wochen jedoch, war die Schimpfwortphase auf ihrem Höhepunkt und ich so verzweifelt, dass ich mir unter anderen Müttern mit Kindern in ähnlichem Alter einen Rat erhoffte. Da kam dann sofort, ich müsse sie in ihre Schranken weisen und mit Bestrafungen ein angemessenes Verhalten etablieren. Und da war mir auch wieder sofort klar: Das will ich nicht! Ich will nicht, dass meine Kinder kuschen, weil sie Angst vor den Konsequenzen haben. Oder auch nur, dass sie Angst vor meinen Reaktionen haben (also wenn ich sie vor Wut anschreien würde oder ähnliches)… Das alles will ich nicht.

Bei uns gibt es Regeln und die Eltern entscheiden schon einen Großteil (weil Kinder einfach noch nicht in der Lage sind, zu verstehen, warum Dinge wie zu viel Fernsehen oder nur Süßes essen ihnen schaden können), aber wir setzen diese nicht mit Drohungen und Sanktionen durch. Wir diskutieren und begleiten gegebenenfalls die Frustration. Und wir fahren im Gegensatz dazu auch mal den halben Tag mit dem Zug, wenn die Kinder das wünschen. Und natürlich begleite ich sie in den Schlaf und erfülle auch viele zum Teil recht merkwürdig anmutende Wünsche.

Und wenn dann ein anderer Vater aus der Kita meine Kinder lobt, wie gut sie doch erzogen seien, dann weiß ich auch, dass unser Weg so falsch nicht sein kann.

Diesen Artikel schrieb die bindungsorientierte Mama Flora. Ganz lieben Dank dafür liebe Flora. Wenn auch du einen Gastartikel auf meinem Blog veröffentlichen möchtest, schreib mir einfach deine Idee.

Alles Liebe

Deine Carmen

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