Hallo liebe Leserinnen und insbesondere Schwangere,

heute bin ich die Gastgeberin für das Projekt #Offtopic bei dem verschiedene Mütterbloggerinnen monatlich – immer am 25. zu bestimmten Themen gemeinsam bloggen. In diesem Monat bin ich dran und habe dafür das Thema Schwangerschaft mit den Begleiterscheinungen Übelkeit und Gelüste gewählt.

Vielleicht seid Ihr auch gerade davon betroffen – oder aber Ihr könnt Euch noch gut daran erinnern? Ich glaube das vergisst man wirklich NIE.

Bitte beachtet beim Lesen, dass nicht alle Mütterbloggerinnen, die hier teilnehmen auch vegan sind. Aber vielleicht geht’s Euch ja wie mir: ich hab ja auch eine Omnivore und eine Vegane Schwangerschaft hinter mir. Von daher gibt’s ja eventuell auch hier Schnittmengen ;)

Viel Spaß beim Lesen :)

 

Herzenskampf

Schwangerschaftsgelüste… Ich muss ja zugeben, beim Buben hatte ich die kaum. Gut, vom Geruch nach Curry musste ich brechen, anfangs aß ich gern Milchbrötchen und trank O-Saft und plötzlich schmeckte mir Mayonnaise. Aber das war es auch schon. Ich hatte weder Heißhungerattacken, noch habe ich großartig mehr oder weniger gegessen.

Jetzt beim Bauchmädchen ist vieles sehr anders. Ich habe nicht nur zu Anfang ständig und mittlerweile nur noch ab und an mit Übelkeit und Erbrechen zu tun gehabt, nein, auch Appetit und Heißhunger sind plötzlich mein ständiger Begleiter. Angenehm ist der Hunger auf Nektarinen, Erdbeeren, Melone, Himbeeren und Gurke. Wenn, ja wenn! er nicht nachts um 2 kommt. Auch asiatisches Essen darf es gerne sein. Brot und Brötchen in allen Formen -immer her damit! Weniger lustig finde ich als Veganerin den Appetit auf Fol Epi Käse, Quark, Joghurt, Sahne… und ganz und gar nicht witzig ist der unbändige Appetit auf Hühnersuppe. Manche Sachen kommen für mich eben nicht in Frage, manche Sachen versuche ich zu ersetzen. Ja und manchmal bleibt der quälende Appetit auf Dinge, die ich aus moralischen Gründen nicht konsumiere einfach da. Ich finde es schwer “stark” zu bleiben und freue mich so nicht nur auf einen kleinen Menschen, sondern auch auf freieres Essen.

 

Anni von www.herzenskampf.wordpress.com

 

Grünspross

“Für Alle die nicht viel lesen wollen, die Kurzversion meiner Schwangerschaftsgelüste: 1. Trimester: Toastbrot und Bananen; 2. Trimester: Frischkäse und Schokolade; 3. Trimester: Obst

Das Meiste aus meiner bisher einzigen Schwangerschaft habe ich erfolgreich vergessen. An die Übelkeit der ersten 17 Wochen kann ich mich hingegen ausgesprochen gut erinnern, genauso wie an die Essensgelüste. Da merkt man, dass Essen einfach mein liebstes Thema ist. In der Phase der Übelkeit und auch extremen Müdigkeit habe ich mich von Toastbrot, Kartoffelpüree, und Bananen ernährt. Oh und Femibion 1, um wenigstens mit ein paar Vitaminen und Nährstoffen versorgt zu sein. Viel schlimmer als Essen fand ich aber Gerüche – ich hatte ja keine Ahnung wie übel es einem von einem Geruch werden kann, selbst von einem guten…

Der Toastbrotphase folgte abrupt eine Kindheitsessenphase. Neben vielen Gerichten, die mir meine Mama als Kind immer gemacht hatte und die gut vegan umsetzbar waren (ich mochte schon als Kind Fleisch nicht besonders und hatte deswegen da keine Lieblingsgerichte) gelüstete es mich besonders nach Süßigkeiten aus der Zeit, als Twix noch Raider hieß. Generell wollte ich lieber Dinge von früher essen als “neue” Produkte, sprich vegane. Selbst meine vegane Lieblingsschokolade schmeckte mir nicht mehr (leider bis heute nicht mehr, ach Schnouggi) von Sachen wie Tofu oder Käseersatz ganz zu schweigen. Meine Schwangerschaft war daher nicht streng vegan, aber so vegan wie es mir angenehm war. Im letzten Trimester hatte ich dann noch meine Obstphase. Besonders von Wassermelonen und Erdbeeren konnte ich nicht genug bekommen.”

Angie von www.gruenspross.at

 

ÖkoHippieRabenmütter

Über Schwangerschaftsgelüste zu schreiben, wenn man wie ich jedes Mal unter Hyperemesis Gravidarum (Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperemesis_gravidarum) litt, ist eigentlich überflüssig. Was ich aber erzählen kann, sind die Gelüste meiner Kinder. In 37 Wochen übersteigertem Erbrechen der ersten Schwangerschaft ist nämlich eines auf jeden Fall immer konsequent wieder raus gekommen: Brotrinde. Und noch heute (mein Sohn ist 28 Monate alt) verweigert er jegliche Rinde an egal welcher Sorte. Dafür drin geblieben ist Hafermilchreis, den allerdings mag er heute nicht. Und mein zweiter Sohn, heute 9 Monate alt, hat mir anfangs alles wieder geschickt, mich später aber zumindest sehr viel gesundes Gemüse essen lassen. Das Verrückteste allerdings: ich hasse Pfirsich-Eistee wie die Pest und das war auch schon immer so. Komischerweise war das das einzige Getränk, das ich trinken konnte und das sogar mal drin blieb. In beiden Schwangerschaften! Eines war bei mir zumindest nie der Fall: die Kombination aus Schokolade und Gewürzgurken, wie man sie aus der Werbung kennt. Dafür isst mein Sohn heute Pommes mit Joghurt. Auch nicht schlecht!

Kathrin von www.oeko-hippie-rabenmuetter.de

 

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten….

“Guten Tag, ich bin Danielle. Ich bin Emetophobiker. Emo – was? Emetophobiker! Das sind Menschen, die krankhafte Panik vor dem Erbrechen haben. Egal, ob es ihnen selbst passiert oder anderen, der Vorgang als solches ist für mich der schlimmste anzunehmende Vorfall. Und mit dieser Phobie schwanger werden, ist wirklich eine große Herausforderung. Was passiert, wenn mir schlecht wird? Wenn ich mich gar übergeben muss? Doch die schlimmste Angst kann nicht größer sein, als der sehnlichste Wunsch – ungewollt kinderlos ist man so glücklich, am Ende durch künstliche Befruchtung doch noch schwanger zu werden, dass der (vermeintlich) größte Alptraum in den Hintergrund rückt.

Die Übelkeit war dann auch noch der erste Indikator dafür, dass die 3. ICSI endlich erfolgreich war – schon 11 Tage nach dem Transfer des Embryos war mir unfassbar schlecht – was wirklich sehr ungünstig ist, wenn man gerade das Haus voller Gäste hat. Ich verkroch mich in mein Bett litt Höllenqualen und war dennoch so glücklich, als ich den zarten Schatten des Schwangerschaftstestes betrachtete.

Glücklicherweise ließ sich die Übelkeit medikamentös bekämpfen und nach etwa 10 Wochen war sie völlig vorbei. An ihre Stelle trat Heißhunger! Heißhunger auf lauter ungesunde Sachen. Pommes! Ich hätte sterben können für Pommes! Ich hätte mich wochenlang nur von Pommes ernähren können. Am liebsten in Kombination mit Cola! Hmmmm. Lecker. Pommes, Cola…. nichts anderes.

Was gar nicht ging: Fleisch. Ich habe es nicht herunter gebracht. Es ekelte mich total an. Ich fragte mich, wie ich das jemals zuvor essen konnte – so wie ich mich heute frage, wie ich Fleisch so verabscheuen konnte… Schwanger sein ist wirklich sehr strange, was das Essverhalten betrifft. Ich mag kein Eis – aber schwanger konnte ich jeden, wirklich JEDEN Tag Eis essen… Man sagt ja, dass der Körper vor allem danach giert, woran er aktuell einen Mangel hat. Manche Frauen haben das Bedürfnis, Kreide zu essen – einfach, weil sie einen Mangel an Calcium haben. Oder war es Magnesium? Egal – der Körper findet Wege, diesen Mangel zu beheben, das ist wirklich faszinierend!”

Danielle von www.gewuenschtestes-wunschkind.de

 

Rabensalat

Witzig, dass das hier bei einem Blog über vegane Ernährung veröffentlicht wird, denn: bei beiden Schwangerschaften hatte ich gerade ganz am Anfang einen Riesenhunger auf Fleisch. Wirklich riesigen, riesigen, RIESIGEN Fleischhunger. Beim ersten Mal wohnte ich in der Nähe eines türkischen Restaurants, beim zweiten Mal arbeitete ich in der Nähe einer Burgerbraterei. Folter, sag ich euch. Ich kam mir irgendwann vor wie der Löwe in “Madagascar”, vor dessen Augen sich alle seine Freunde in saftige Steaks verwandeln. Und beide Male war etwa in der 7./8. Woche der Punkt erreicht, wo alle meine Prinzipien (also: Fleisch nur sehr selten und mindestens Bio und regional und aus Bullerbümäßiger Tierhaltung) für einen kurzen Moment aus dem Fenster flogen und ich meinen Gelüsten nachging. Das eine Mal reichte dann auch in beiden Schwangerschaften, als hätte ich eine Schwelle zum nächsten Level geschafft, war durch einmal Fleisch essen der Fleischhunger gesättigt. Besonders übel war mir eigentlich in keiner Schwangerschaft (zum Glück!) auch wenn ich mir beim zweiten Mal wünschte, der Bus müsste nicht durch so viele Kurven nach Hause fahren. In der ersten Schwangerschaft habe ich nur einmal beinahe gebrochen, nachdem ich mir mit der Zahnseide versehentlich fies ins Zahnfleisch geschnitten hatte. Beim Anblick meines eigenen Blutes im Waschbecken kam es mir urplötzlich und mit Gewalt hoch. Warum auch immer. In der zweiten Schwangerschaft konnte ich plötzlich keinen Joghurt mehr essen. Ich esse jeden Morgen Müsli mit Joghurt zum Frühstück, aber von einem Tag auf den anderen bekam ich den Joghurt einfach nicht mehr herunter. Wenn ich es versuchte, musste ich würgen. Das war übrigens noch vor dem Schwangerschaftstest. Den Rest der Schwangerschaft gab es dann Cornflakes mit Milch zum Frühstück. Oder Brot. Aber bloß keinen Joghurt. Verrückte Gelüste hatte ich in beiden Schwangerschaften ebenfalls nur sporadisch und nur im letzten Trimester. Beim ersten Kind wachte ich eines Morgens auf und dachte “Rote Grütze! Muss Rote Grütze haben!!!”. Wir hatten noch ein Glas Erdbeer-Rhabarber-Kompott. Ich machte es auf: es hatte Haare. Nachdem ich aufgehört hatte zu weinen (die Hormone, ihr versteht?) kaufte ich mir einen 500g-Becher Rote Grütze, ging nach Hause und futterte in zwei Minuten den Becher leer. Ich war selig. Dann kaufte ich noch einen Becher. Den aß ich am nächsten Tag. Dann wars gut. Bei Nummer 2 war es Wassermelone, ich aß zwei Wochen lang gefühlte Tonnen Wassermelone (voll schlau auch von meinem Körper, das in der Zeit zu verlangen, wo die Blase eh nur noch knappe 10 Milliliter fasst) und konnte mir nichts besseres vorstellen. Mein Mittagessen bei der Arbeit? Eine viertel Wassermelone und eine Scheibe Vollkornknäckebrot. Ausgewogen sieht auch anders aus. Nach zwei Wochen war der Spuk vorbei und Wassermelone wieder auf einem normalen Attraktivitätslevel für mich. Bei den Kollegen hatte ich da aber schon meinen Ruf weg. Und ich rannte mit dem Dauerohrwurmsatz im Kopf herum: “Ich habe eine Wassermelone getragen!”

Frau Rabe von www.rabensalat.wordpress.com

 

Vegane-Familien

Ach viele von Euch haben es ja quasi live miterlebt – oder zumindest diejenigen, die meinen Blog hier verfolgt haben (damals noch unter www.vegan-in-anderen-umständen.de).  In beiden Schwangerschaften litt ich unter ziemlich doller Übelkeit in den typischen ersten 12 (14) Wochen. Naja nicht ganz, denn immerhin weiß man in den ersten 3-5 Wochen noch nix davon.

Bei mir war die Übelkeit stets der erste Vorbote. Nervig. Übergeben musste ich mich dagegen nie. Allerdings fühlte ich mich den ganzen Tag so als würde es jeden Moment hochkommen. Besonders unlustig ist das ganze dann, wenn die Umwelt noch nix davon wissen soll. Dies führte bei mir zum “einigeln” damit bloß keiner merkt was los ist. Und zu faulen Ausreden wie “Magen-Darm-Grippe”. Die dauerte dann einfach mal ein bisschen länger. Manchmal hatte ich mir auch nur den “Magen verdorben”…. Naja – wer’s glaubt wird selig ;)…

Das Thema Gelüste war bei Schwangerschaft 1 im Jahr 2003/2004 noch ziemlich easy. Das waren nämlich nur die Sauren Apfelringe am Anfang. Dann war eigentlich alles ganz normal.

In meiner veganen Schwangerschaft hatte ich die von mir liebevoll benannten “Wandergelüste”, die sich von Woche zu Woche änderten. Pfirsiche waren mal dran – und Erdbeeren mit Schokomuffin…. Echt gruselig. Auch die typisch Deutschen Gerichte meiner Kindheit standen hoch im Kurs, so dass ich bereits im August das erste Mal Kartoffelbrei mit Sauerkraut kochte. Meinen Artikel aus der Schwangerschaft findet Ihr hier.

 

Ich hoffe Euch hat unsere schöne Bloggerrunde in diesem Monat gefallen. Schaut doch mal bei den einzelnen Blogs vorbei.

 

Alles Liebe

Eure

Carmen

 

P.S.: Schreibt doch mal in den Kommentaren welche Gelüste Ihr so hattet… Bin schon sehr gespannt