Schwangerschaftsübelkeit bei veganer Ernährung? Ist das gefährlich oder ist dein Baby gut versorgt?

von | Feb 14, 2022

Vegan Schwangerschaftsübelkeit gefährlich

„Bekommt mein Baby alle Nährstoffe, obwohl mir ständig übel ist und ich mich übergebe?“ Diese Frage höre ich in meinen Beratungen immer wieder. Und ich? Ich bohre tiefer: Frage wie es den Frauen ganz genau geht, ob sie überhaupt noch essen können, ob und wenn ja wie oft sie erbrechen und schlussendlich frage ich was gegessen wird und welche Supplemente eingenommen werden. Mich interessiert aber noch etwas mehr, bevor ich eine Einschätzung abgebe…

Dir ist den ganzen Tag oder über viele Stunden übel in deiner veganen Schwangerschaft?

I feel you. Ich weiß nicht ob dich das tröstet, aber es ging mir ganz genauso. Ich dachte diese Zeit zieht sich so unendlich lang und ich hing den ganzen Tag mit FinnCrisp (1. Schwangerschaft – ich kann das Zeug bis heute nicht mehr sehen) und Vollkorngrissini (2. Schwangerschaft) auf dem Sofa.

Verantwortlich für diese Übelkeit sind in der Regel verschiedene Stoffwechsel- und Hormonveränderungen, die die Höhe des HCG-Spiegels (das ist das Schwangerschaftshormon) beeinflussen. Mir hat damals immer geholfen es positiv zu sehen, denn auch wenn du das selbst als negativ und belastend wahrnimmst, zeigt es doch den steigenden HCG-Wert und man kann von einer normalen Schwangerschaftsentwicklung ausgehen.

Aber vielleicht hast du das auch schon alles gelesen. Es kann helfen, wenn du gleich nach dem Aufstehen eine Kleinigkeit isst (z.B. wie ich oben schon erwähnte Grissini oder Zwieback o.Ä.). Häufigere und kleinere Mahlzeiten helfen auch. Darüber hinaus sollte auf Obst und Obstsäfte sowie kohlensäurehaltige Getränke besser verzichtet werden.

 

Dir ist übel und du musst einmal oder öfter erbrechen?

Sprich auf jeden Fall mit deiner Hebamme darüber. Sie kann auch genau sagen, wo ggf. eine Grenze für das Erbrechen ist und hat sicherlich noch ein paar Tricks auf Lager, um dir zu helfen.

Wenn du dich mehr als 5x pro Tag übergibst könntest von Hyperemesis Gravidarum betroffen sein– einer extremen Form von Schwangerschaftsübelkeit. Bei HG kommt es durch das ständige und heftige Erbrechen sowie durch eine geringere Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit zu Wasserverlust und auch Gewichtsabnahme. Dadurch kann sich dein Allgemeinzustand verschlechtern. Deshalb ist es wichtig, dass du Hebamme und Arzt*in einbeziehst.

 

Ist dein Baby trotz Übelkeit und Erbrechen gut versorgt?

Was dich jetzt natürlich am meisten interessiert, ob dein Baby auch versorgt ist, wenn du nicht ganz so essen kannst, wie du möchtest.

Solange dein Essverhalten lediglich vorübergehend nicht ganz optimal ist, weil Übelkeit und Gelüste Einfluss nehmen, wird dein Kind mit allem versorgt was es braucht. Grundsätzlich hängt es auch alles davon ab, wie du dich vor der Schwangerschaft ernährt hast und damit auch in den ersten Wochen, bevor du von deiner Schwangerschaft wusstest.

Selbst wenn du dich ab und an übergibst, wirkt sich das nicht negativ aus. Glaub mir: Die Natur hätte das sonst anders eingerichtet.

Für dich ist einfach wichtig, dass du möglichst die notwendigen Supplemente für die Schwangerschaft weiter nimmst – am besten zu Zeiten in denen es die Übelkeit am geringsten ist und du sie am besten runter bringst. Natürlich solltest du sie auch nicht nehmen bevor du erbrichst – falls du dort regelmäßige Zeiten ausmachst.

Welche Supplemente sind das mindestens, laut der Empfehlungen des Netzwerk Gesund ins Leben allgemein und für Vegetarierinnen/Veganerinnen?

  • Folat
  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Omega-3 (insbesondere DHA)
  • Jod

Zusätzlich solltest du versuchen neben ausreichend Flüssigkeit alle Lebensmittelgruppen einzubauen (Kartoffeln/Getreide, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse/Samen/Kerne, gesunde Fette…) Es macht aber in der Schwangerschaft auch durchaus Sinn, weitere Nahrungsergänzungen einzunehmen, da der gesamte Nährstoffbedarf ansteigt.

Dir ist so übel, dass du kaum was runter bekommst?

Wenn du kaum was runter bekommst und/oder fast alles wieder rauskommt, würde ich dir raten engen Kontakt zur Gynäkolog*In zu und der Hebamme zu halten und dich abzusprechen, um sicherzugehen, dass es nicht in eine falsche Richtung geht.

Du solltest auf jeden Fall versuchen Optionen zu finden, die du essen kannst und die (möglichst lange) „drin bleiben“.

Außerdem, wäre es ratsam, dass du möglichst die oben genannten Supplemente für die vegane Schwangerschaft unbedingt nimmst – am besten zu Zeiten in denen die Übelkeit am geringsten ist und du sie am besten runter bringst. Natürlich solltest du sie auch nicht nehmen bevor du erbrichst – falls du dort regelmäßige Zeiten ausmachst. 

In Punkto Ernährungsempfehlungen gelten auch die bereits oben genannten.

Wenn es vor lauter Übelkeit dann nicht alle Lebensmittelgruppen sind, sollten es einfach so viele wie möglich sein. Sprich: versuch das beste draus zu machen. Zu mehr kannst du dich ohnehin nicht zwingen. Das ist manchmal ein ganz schöner Balanceakt, aber du wirst dein Mutterschiff da schon durchnavigieren.

Du hast vor der Schwangerschaft Puddingvegan gelebt? Beschäftige dich jetzt auch unbedingt schon einer möglichst optimalen Nahrungszusammensetzung, damit du es zum einen jetzt schon möglich gut machst, und dann mit Ende der Übelkeit noch besser durchstarten kannst – auch wenn die Umsetzung am Anfang noch schwierig ist.

Es kann aber in der Schwangerschaft auch durchaus Sinn machen, weitere Nahrungsergänzungen einzunehmen, da der gesamte Nährstoffbedarf ansteigt – insbesondere wenn dir so übel ist, dass du kaum was runter bringst oder alles wieder rauskommt. Lass mich doch mal wissen, ob dich das interessiert.

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Alles alles Liebe von ganzem Herzen und eine wundervolle Schwangerschaft für dich

Deine Carmen

P.S.: Ich werde immer wieder nach meinen Empfehlungen für Supplemente gefragt. Diese findest du immer aktualisiert auf dieser Seite. Das bedeutet übrigens nicht, dass das die einzigen sind, die gut sind, sondern die, mit denen ich bisher sehr gute Erfahrungen bei mir selbst und bei meinen Klient*Innen gemacht habe.

Über mich

Ich bin Carmen (44), alleinerziehende Mutter von zwei Jungs aus Hamburg. Meine veganen Brötchen verdiene ich als Ernährungsberaterin und Autorin, sowie mit Vorträgen, Webinaren, Online-Kursen und Fachartikeln. Beim Kochen und Rezepte fotografieren kann ich mich super entspannen.

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