Wie kann das sein? Hast du schon einmal davon gehört, dass die Bewegungsentwicklung deines Babys eine entscheidende Grundlage für das schulische Lernen ist? Durch meine Ausbildung zur begleitenden Kinesiologin ist mir dieser Zusammenhang bewusst geworden. Am Beispiel des Krabbelns möchte ich es dir gerne erläutern.

Lesen ist eine sehr komplexe Angelegenheit, da die Buchstaben von uns Menschen erfunden wurden. Sie sind also nicht natürlich. Aus mehreren Buchstaben-Symbolen entstehen Wörter. Im Gehirn muss dieses Konstrukt entschlüsselt und die Bedeutung erkannt werden. Um das zu schaffen, brauchen wir ein gut integriertes Gehirn, was bedeutet, dass unsere linke und rechte Hemisphäre (Gehirnhälfte) gut zusammenarbeiten müssen.

Wir spulen jetzt ein paar Jahre zurück in die Zeit, als dein Kind im ersten Lebensjahr war. Vom ersten Moment nach der Geburt an erfährt das Baby seine Umwelt durch Bewegung.

Bewegung ist die Basis zum Lernen!

Und Bewegung ist die Basis zur Entwicklung unseres Denkergehirns, des sogenannten Cortex. Unsere linke Hemisphäre ist für logische, analytische  und rationale Verarbeitung zuständig, während die rechte Seite kreativ, subjektiv und intuitiv arbeitet. Damit unsere linke und rechte Gehirnhälfte kommunizieren können, hat sich die Evolution das System vieler Brücken ausgedacht. Für einen optimalen Informationsfluss zwischen diesen Brücken, muss die frühkindliche Bewegungsentwicklung stattgefunden haben. Und jetzt kommt das Krabbeln ins Spiel…

Von besonderer Bedeutung ist das Krabbeln, denn hier findet zum ersten Mal nach der Geburt die bewusste Überkreuzbewegung statt, d. h. linker Arm und rechtes Bein bewegen sich gleichzeitig, danach der rechte Arm mit dem linken Bein. Zeitlich fällt dies mit der dazugehörigen Entwicklung des Gehirnareals zusammen. Wir nehmen also die Kreuzung der Körperseiten als „Vorlage“ für die Brückenbildung im Großhirn.

Baby krabbelt

Copyright Ingrid Schröter

Kinder, die diesen wichtigen Entwicklungsschritt überspringen, bzw. nur sehr kurz üben, können in der Schule Probleme beim kognitiven Lernen bekommen, da die entsprechenden neuronalen Bahnen nicht angelegt wurden.

Leseprobleme sind oft Entwicklungsprobleme, daher ist reines Üben kontraproduktiv und frustrierend für das Kind. Man darf auch nicht vergessen, dass die schulischen Methoden zum Lesen lernen Probleme kreieren. Leider ist der Ablauf nicht gehirngerecht.

Doch das Gute kommt zum Schluss:

Was kannst du tun, wenn dein Kind nicht oder nur kurze Zeit gekrabbelt ist?

Mit diesen beiden einfachen Übungen kannst du dein Kind jetzt gleich unterstützen:

Bauchatmung

Sie hilft deinem Kind

  • länger aufmerksam zu sein
  • Energie zu tanken
  • beim Vorlesen
  • beim entspannten Lernen

Dein Kind legt seine Hände auf den Bauch unterhalb des Bauchnabels und atmet tief ein. Dabei stellt es sich vor, in seinem Bauch einen Luftballon aufzublasen. Dabei merkt es, wie der Bauch ganz dick wird. Dann atmet dein Kind kräftig aus (durch Mund oder Nase) und stellt sich vor, wie die Luft aus dem Ballon entweicht. Mehrmals wiederholen!

Diese Übung versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und sorgt für Entspannung.

Bauchatmung

Copyright Ingrid Schröter

 

Überkreuzbewegungen

Sie helfen deinem Kind

  • mit beiden Gehirnhälften zu lernen
  • zu verstehen, was es liest
  • besser zu sehen
  • richtig zu schreiben und zuzuhören

Linkes Bein und rechte Hand berühren sich. Dabei geht der linke Arm weit nach hinten. Danach berühren sich rechtes Bein und linke Hand. Hier geht der rechte Arm weit nach hinten. Jetzt immer im Wechsel etwa 30 Sekunden lang wiederholen. Beachte dabei, dass dein Kind die Übung langsam ausführt und seine Arme locker aus der Schulter heraus schwingen lässt.

Überkreuzbewegungen sind die Türöffner zwischen den beiden Gehirnhälften. Wenn die Übung am Anfang schwierig sein sollte, kann das Kind sie auch im Liegen ausführen.

Überkreuzbewegung

Copyright Ingrid Schröter

Als Begleitende Kinesiologin arbeite ich sehr viel mit den 26 Bewegungsübungen des Brain Gym®, einer Methode von Dr. Paul Dennison. Die Übungen sind leicht zu erlernen und auch zu Hause gut in den Tagesablauf zu integrieren. In Balancen (so nennen sich die Sitzungen beim Begleitenden Kinesiologen) finden wir die passenden Übungen heraus. Außerdem kann ich dein Kind durch das ebenso weltweit bekannte Touch for Health und rhythmisches Bewegungstraining unterstützen.

Du wirst sehr schnell Erfolge feststellen und dein Kind wird mit mehr Freude lernen.

Besuche mich mich gerne auf meiner Website www.leichtigkeit-im-leben.de oder auch gerne persönlich bei einem ersten Kennenlerntermin. Ich freue mich auf dich!

Deine Ingrid Schröter

 

Dieser Gastbeitrag stammt von Ingrid Schröter, die nicht nur Begleitende Kinesiologin ist, sondern auch rein zufällig meine liebe Mutter. Sie hilft mir und meinen Kindern auch sehr viel – nicht nur mit Brain Gym Übungen. Das Feld der Kinesiologie ist riesig groß und den meisten Menschen unbekannt. Oft hört man „Ach das ist doch das mit dem Armtest“… Ja genau – das stimmt. Aber dies ist nur ein winziger Teil der Kinesiologie. Selbst ich hab es immer noch nicht begriffen, obwohl ich seit 3 Jahren ihre Ausbildung verfolge. Also ich kann dich, liebe Leserin, nur ermuntern dich mehr mit diesem Gebiet zu beschäftigen. Viel Spaß dabei.

Alles Liebe

Deine Carmen

„Ja – schicke mir bitte das gratis eMail-Kurs über Vitamin B12 in Schwangerschaft, für Babies, Kinder und Erwachsene!“

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P.S.: Wenn du meinen Blog, meine Arbeit oder mich als alleinerziehende Mama unterstützen möchtest, dann freue ich mich wirklich sehr über einen Smoothie oder anderen gesunden Knabberkram. Smoothie-Versand via www.paypal.me/CarmenHercegfi

Ganz ganz lieben Dank an dieser Stelle schon einmal an dich und alle anderen, die mich schon unterstützt haben. Ihr seid großartig und haltet meine frei zugängliche Arbeit und Arbeit an Büchern am Laufen. Love you all….!!!

3 Kommentare

  1. Einerseits ein guter Gastartikel. Die Überschrift finde ich jedoch nicht gut getroffen.
    Ich gehöre zu der Mutter, dessen Kind nie gekrabbelt ist. Mein Sohn ist lange Zeit gerobbt und hat sich dann schon sehr schnell hoch gezogen (mit 8 Monaten). Mit 10 Monaten ist er dann schon selbst losgelaufen. Das Krabbeln war für ihn nie ein Thema. Ich habe ihn so gelassen, wie er es sich ausgesucht hat.
    Jetzt ist er 8 und in der dritten Klasse. Letztes Jahr, als Zeit Klässler hat er an einem Lesewettbewerb Teilenummern und unter 30 Kindern (überwiegend Dritt- und Viertklässlern) den ersten Platz geholt.
    Lesen ist seine große Leidenschaft und er ließt Bücher so weg.
    Deswegen ist die Überschrift für mich unpassend. Ich hätte die Überschrift eher so gewählt: „Warum auch Krabbeln für das Lesen wichtig sein kann“….

    Antworten
    • Liebe Jana,

      zunächst einmal ganz lieben Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, meinen Artikel zu kommentieren. Es freut mich, dass er dein Interesse geweckt hat.

      Mich persönlich freut immer wieder, wenn Kinder sich aus eigenem Antrieb in allen Bereichen gut entwickeln. Dies trifft ja auch auf deinen Jungen zu. Es widerspricht nicht dem, was mein Artikel aussagt, denn nicht jedes Kind hat zwingend Leseprobleme, wenn es nicht gekrabbelt ist. Die Babys üben Überkreuzbewegungen schon früh in vielen Situationen, wenn sie nach Dingen greifen oder beispielsweise nach ihren eigenen Zehen. Das Krabbeln ist dann sozusagen die Krönung der Überkreuzbewegungen.

      Und sollte es später einmal mit dem Lesen schwierig werden, ist das Krabbelalter ein wichtiger Hinweis und das Nachholen der Überkreuzbewegungen ausgesprochen hilfreich. Es geht dabei um das wichtige Überkreuzen der Körpermittellinie. Dies wird dein Sohn mit Sicherheit für sich auch entwickelt haben, aber eben nicht durch das Krabbeln. Und das ist ganz wunderbar.

      Liebe Grüße von Ingrid

      Antworten
  2. Die Natur macht es uns vor aber wir Erwachsenen möchten nicht mehr krabbeln und lassen es denn Babys vormachen! Warum sollten auch Erwachsene wieder das Krabbeln lernen, denn dadurch kann sich Ihre motorische Fähigkeit und Fundament wiederholend verbessern und das Gleichgewicht zur Erdung mit den Füßen kann besser kontrolliert werden.

    Auch die kleinen Babys lernen von klein auf das Krabbeln und beginnen ja auch nicht sofort zu laufen, sie machen es langsam Schritt-für-Schritt und versuchen langsam Fortschritte zu begehen! Alles braucht seine Zeit und darum sollten wir auch uns mal wieder die Zeit fürs Krabbeln finden.

    Daher empfehle ich dieses Buch denn es fördert das Baby sowohl als auch den Erwachsenen auf sein Fundament wieder aufzubauen. (Link von Moderator entfernt, da es kein Buchlink war. Bitte keine Affiliatelinks in die Kommentarfelder posten.)

    Antworten

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