Ihr Lieben,

vor kurzem habe ich euch über Facebook dazu aufgerufen mir Artikel zu schicken, die ich im Rahmen einer veganen Weihnachtsserie veröffentliche. Heute starte ich mit dem ersten wundervollen Artikel der lieben Shireen, die zu den seltenen Exemplaren der Gattung Mensch gehört, die sich über Weihnachtsprodukte im September an den Supermarktkassen freut. Daher ist dieser Artikel quasi prädestiniert, um diese Serie zu eröffnen.

Warum Teile der Familie trotz ihrer Liebe zu Weihnachten nicht mehr an ihrem Weihnachtsfest teilhaben, erfährst du in diesem unterhaltsamen Artikel. Ganz viel Spaß beim Lesen.

 

Alle Jahre wieder…

Die Vorweihnachtszeit ist in vollem Gange. Seit fast sechs Jahren lebe ich nun vegan – anfangs habe ich noch kleine Käse-Ausnahmen gemacht, aber schnell gemerkt, dass mein Körper eher schlecht als recht darauf reagierte. Meine Tochter, die im April letzten Jahres zur Welt kam, wird ebenso vegan ernährt wie auch mein Freund, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt und ich das Essen zubereite. Er ist also nur Teilzeit-Veganer, denn auswärts isst er noch tierische Produkte. Seit über drei Jahren sind wir nun ein Paar und sehr glücklich mit uns und unserer eigenen kleinen Familie, die wir uns erschaffen haben. Wenn da nur nicht die Verwandtschaft wäre… und damit meine ich nicht meine Verwandtschaft, sondern die meines Freundes. Der Kontakt ist, teilweise auch wegen unserer Ernährungsform, so gut wie abgebrochen. Anfangs waren wir öfter mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern mit Familie essen – aber in Ruhe essen? Ich? Als Veganer? Niemals! Permanent kamen Sprüche wie „Iss doch mal was Richtiges“, „wie kann man immer nur Pflanzen essen“, „dir fehlt ein richtig saftiges Stück Fleisch“ und so weiter. Da ich noch nie auf den Mund gefallen war, hatte ich zum Glück immer einen guten Konter parat, aber der Wohlfühleffekt inmitten seiner Familie war gleich null. Auch anderen Vorfällen geschuldet, haben wir nun also keinen Kontakt mehr. Eigentlich ziemlich schade, da meine Tochter nun nur eine Oma hat, die sich kümmert und unseren Weg akzeptiert und super findet – denn die andere Oma hält vegane Ernährung, aber natürlich nur hinter unserem Rücken, für gesundheitsgefährdend und wie kann ich, als stillende Mutter, so einseitig und ungesund essen??? Ich schade mir und meinem Kind, wir leiden unter völliger Mangelernährung und natürlich kann man durch vegane Ernährung auch keine Vitamine und Nährstoffe aufnehmen. Ja, das versteh ich, liebe Schwiegermutter – denn abgepacktes Discounterfleisch und leckere fettarme H-Milch einer Kuh, die liefern natürlich all das, was man für eine ausgewogene gesunde Ernährung braucht. Vor zwei Jahren haben wir sie zum Heiligabend sogar eingeladen und, welch Wunder, sie hat unseren veganen Nussbraten mit Klößen und veganer Champignonrahmsoße, unbeschadet überstanden. Da sich nun aber einiges geändert hat, feiern wir Weihnachten nur noch mit meiner Familie und unseren Freunden.

Familie Weihnachtsfreak

So – und ich, als völliger Weihnachtsfreak – bin schon seit ich denken kann, bereits im August in Weihnachtsstimmung. Da darf schon mal „O Palmenbaum“ oder „Liebe braucht keine Ferien“ in den DVD-Player eingelegt werden, gerne genieße ich dazu auch selbst gebackene Plätzchen. Die Vorbereitungen für die Weihnachtszeit beginnen bei uns also meist sehr früh. Dieses Jahr bekam ich einen wirklich tollen Adventskalender von meinem Freund geschenkt. Obwohl ich gar nicht weiß, was sich in jedem einzelnen Säckchen versteckt, freue ich mich wie ein kleines Kind. Vegan Box hat den Kalender zusammengestellt und ich bin mir sicher, dass sich darin viele Leckereien verbergen, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht lange überleben werden. Unsere Tochter bekommt dieses Jahr auch ihren ersten Adventskalender. Wir haben sehr lange überlegt, was denn rein soll und nun wird es verschiedene Quetschies, Knabbersachen und vielleicht auch etwas vegane Schokolade geben. Zu viel möchte ich nicht in den Kalender packen, denn Weihnachten bedeutet für mich nicht nur große Geschenke, sondern einfach Gemütlichkeit, Geborgenheit und den Zauber, der in der Luft liegt, genießen. Ich möchte unserer Tochter gerne vermitteln, dass das Materielle nicht so viel wert ist wie eine freundliche Geste, oder ein einfaches Lächeln, oder eben eine süße Kleinigkeit.

Weihnachtsmenü steht im September – check

Bereits im September habe ich überlegt, was wir zu Heiligabend im Jahre 2018 kochen werden. Danke Pinterest, für deine Inspirationen. Bis jetzt habe ich als Vorspeise „Mangoldrouladen mit Quinoa Füllung“, als Hauptspeise „Pilzragout mit dreierlei Gemüseplätzchen“ und als Nachspeise „Lebkuchentrifle mit Kirschen“ ins Auge gefasst. Das kann sich aber auch nochmal ändern, falls ich noch etwas inspirierenderes finde. An Heiligabend sind wir immer bei uns zu Hause – unseren Weihnachtsbaum stellen wir ca. eine Woche vorher auf und schmücken ihn klassisch in rot und grün. Dieses Jahr gibt es noch personalisierte Kugeln mit den Namen unserer Gäste. Weihnachten mit Kind ist nochmal magischer als ohne und so wird auch mein inneres Kind wieder geweckt und wir freuen uns gemeinsam. Während wir essen, läuft im Hintergrund Rolf Zuckowskis Weihnachts-CD und danach geht es ans Geschenke auspacken. Das Highlight wird für unsere Tochter die Toniebox und ihre erste eigene Kinderküche sein – schon jetzt freue ich mich, das Strahlen in ihren Augen zu sehen und wie sie voller Glückseligkeit ihre Geschenke bespielt. Manchmal frage ich mich, ob manche Menschen es einfach vergessen haben, sich aus tiefstem Herzen zu freuen? Ich sehe so oft Gesichter, die das nicht können und überlege, ob sie das wirklich noch nie konnten, es ihnen verboten wurde, oder sie wirklich verlernt haben, wie man sich freut. Aber mein Kind kann das. Ihre Augen werden ganz groß, sie leuchten und nichts kann sie mehr halten. Ich wünsche mir, dass sie diese ehrlichen Gefühle ihr Leben lang behält und sich nie fragen muss, ob es denn nun zu kindisch wäre, laut zu lachen, oder auch zu weinen. Wenn unsere Süße dann im Bett ist, werden wir zum Spieleabend mit Glühwein – für mich alkoholfrei – übergehen. Activity, Tabu, Mensch ärgere dich nicht und viele andere Spiele werden aus unserer Truhe geholt und wir lassen den Weihnachtsabend mit sanften Weihnachtsklängen von Michael Buble ausklingen.

Die Oma, die ihre Gerichte veganisiert

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir jedes Jahr bei meiner 83 Jahre alten Oma eingeladen. Sie weiß, was vegan bedeutet und bereitet immer extra etwas für mich zu. Sogar ihre leckeren Semmelklöße hat sie für mich veganisiert. Meistens bekomme ich eine leckere Pilzsoße dazu, die sie mit „dieser Alpro“ – so sagt sie – zubereitet. Auch ihren Apfelkuchen backt sie extra für mich mit Margarine und ohne Eier. Ich bin sehr dankbar dafür, denn wie oft hört man von den Großeltern, dass man doch richtig essen soll und man doch Fleisch bräuchte. Meine Oma ist da eine wundervolle Ausnahme. Wenn sie uns besuchen kommt und zum Essen bleibt, ist sie jedes Mal begeistert, wie lecker es schmeckt und fragt sich, ob das denn wirklich vegan sei.

Vegane Weihnachten mit der Familie

Bezüglich der Frage, wie vegane Weihnachten bei uns in der Familie klappt, kann ich durchaus sagen, dass wir sehr viel Glück haben. Meine Familie steht komplett hinter uns, meine Mama ist auch Vegetarierin – wir haben damals gemeinsam gestartet, ich vegan, sie vegetarisch. Und der Rest der Verwandtschaft freut sich immer wieder darauf, mal etwas Neues auszuprobieren. Auch meine Freunde bereiten immer extra etwas veganes für mich und meine Tochter zu, da es ihnen wichtig ist, dass wir uns wohlfühlen und nicht hungern müssen. Ich glaube, dass das nicht selbstverständlich ist – erlebt haben wir das Gegenteil ja bereits. Viele fragen sich jetzt sicher auch, warum ich den Kontakt zur Familie meines Freundes abgebrochen habe – das hat sehr viele andere Gründe als nur die Ernährung. Aber eines möchte ich sagen – ich habe gelernt, was es bedeutet, Menschen um sich zu haben, die einem nicht gut tun, die einem die Energie raussaugen, die einen vielleicht sogar krank machen, die einem nichts Gutes wollen und im Endeffekt nur Ballast sind. Ich bin keine dieser Personen, die Kontakte pflegt, nur weil man es so macht, weil es Verwandtschaft ist oder weil es Oma, Opa, Bruder, Schwester etc. ist. Ich sehe den Menschen als Ganzes und ich sehe wie mir Menschen gegenübertreten. Seit ich Mama bin, ist der Beschützerinstinkt in mir noch mehr geweckt worden und ich möchte alle Energieräuber, aus unserem Privatleben fernhalten. Wie viel gibt es uns, wenn wir uns mit jemandem unterhalten, der uns akzeptiert, so wie wir sind, bei dem wir wir selbst sein können und die Gespräche Sinn ergeben, ein Gefühl des Wohlbefindens vermitteln und man gestärkt aus dem Treffen rausgeht? Probiert es mal – spürt hinein, was es in euch und eurem Körper bewirkt, wenn man all das Negative verbannt und nur das Positive in sein Leben lässt. Mir tut es gut, diesen Ballast abgeworfen zu haben und ich bin mehr als dankbar für meine Familie und meine Freunde, die unsere veganen Feste mit uns zelebrieren und von Herzen gerne bei uns sind und uns in unserem Weg bestärken. Und nur weil  bald Weihnachten ist, heißt das nicht, dass ihr euch verstellen müsst. Lasst ganz viel Liebe in eure Herzen, atmet den Duft der Weihnacht ein und habt besinnliche Stunden mit euren Lieblingsmenschen.

Achso und wenn ihr mehr von mir und meinen Gedanken lesen wollt, könnt ihr gerne auf meiner Facebookseite „Eltern-Kind-Kurse in Kronach mit Shireen“ vorbeischauen. Denn neben meinem Lieblingsjob als Mama bin ich noch Sozialpädagogin, kidding around Yoga Trainerin, Familiysteps Kursleiterin und Eltern-Kind-Kursleiterin.

 

Ganz lieben Dank Shireen für diesen tollen Beitrag, bei dem ich sehr lachen musste und der natürlich auch nachdenklich stimmt. Ich finde es ganz wundervoll, wie du straight deinen Weg gehst und es kommt auch rüber, dass du derartige Entscheidungen, wie den Kontakt zu Teilen der Familie abzubrechen, sicherlich nicht leichtfertig triffst. Es ist aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar, da ich sehr ähnlich ticke. Glücklicherweise hab ich mit meiner Familie auch so gute Erfahrungen wie du mit deinem Teil. Deine Tipps sind wirklich wertvoll, da sie genau auf die richtigen Punkte eingehen. DANKE dir, dass du das mit uns teilst.

 

Alles Liebe

Deine Carmen

„Ja – schicke mir bitte das gratis eMail-Kurs über Vitamin B12 in Schwangerschaft, für Babies, Kinder und Erwachsene!“

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Ganz ganz lieben Dank an dieser Stelle schon einmal an dich und alle anderen, die mich schon unterstützt haben. Ihr seid großartig und haltet meine frei zugängliche Arbeit und Arbeit an Büchern am Laufen. Love you all….!!!

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