…und wie auch DU diesen Weg gehen kannst…

Die Vorgeschichte zu meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin

Wird man als Veganerin schwanger, ergeben sich meistens die folgenden Fragen:

  1. Wie ernähre ich mich jetzt richtig?
  2. Woher bekomme ich verlässliche Informationen?
  3. Wer kann mir helfen?
  4. Was werden die Ärzte dazu sagen?

Auch ich stellte mir diese Fragen – obwohl ich mich schon einige Jahre vegan und vollwertig ernährte. Ich hatte mir bereits ein beachtliches Wissen über Ernährung angeeignet und mein Heilpraktiker – selbst Veganer – begleitete mich schon jahrelang in allen Fragen der Ernährung.

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Und dennoch war das Fragezeichen zunächst groß. Für mich war es nie eine Frage OB eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft funktioniert – sondern lediglich WIE sie funktioniert. Worauf muss ich achten? Mache ich alles richtig? Was passiert, falls es doch schief geht? Könnte ich mir das je verzeihen?

Wir Menschen verlassen uns in der heutigen Zeit leider viel lieber auf Studien und Statistiken, statt auf unser Bauchgefühl. Und genau die gewünschten„beruhigenden“ Statistiken gibt es zum Thema vegane Schwangerschaft und vegane Kinder bisher kaum.

Also begann ich zu recherchieren und fand… erschreckend wenig. Inzwischen gibt es glücklicherweise schon viel mehr Informationen im Netz als noch vor 3 Jahren, aber Hilfe von Ärzten und Ernährungsberatern ist weiterhin rar gesät.

Und weil ich unbedingt wollte, dass alle anderen veganen Mütter nicht in diese Situation geraten, rief ich einen Blog zum Thema vegane Schwangerschaft ins Leben (Die Artikel finden sich allesamt inzwischen hier auf dieser Seite). Dabei stellte sich jedoch die Frage woher ich verlässliche Informationen als Basis für meine Artikel bekomme.

Der Stein des Anstosses

Aufgrund der hohen Verantwortung entschied ich mich kurzerhand eine 1-jährige Ausbildung zur Ganzheitlichen Ernährungsberaterin zu beginnen. Gesagt getan: Wenige Tage später drückte ich also wieder die Schulbank.

Leider war diese Ausbildung nicht auf vegane Ernährung zugeschnitten, hatte jedoch immerhin eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge. Die meisten Dozenten waren nicht nur Ernährungswissenschaftler sondern auch Heilpraktiker und der veganen Ernährung gegenüber zumindest offen eingestellt.

Darüber hinaus suchte ich weiter und stieß auf eine Fortbildung zum Fachberater für vegetarische und vegane Ernährung, welche ich zusätzlich absolvierte. Es waren zwar neue Aspekte dabei, jedoch kam auch hier die vegane Ernährung wie befürchtet viel zu kurz. Ich war noch nicht zufrieden, denn wirklich neue Erkenntnisse bezüglich veganer Familienernährung blieben auf der Strecke.

Meine eigene Schwangerschaft verlief prima und im Vergleich zu meiner Ersten, die über 10 Jahre zurück lag, gab es keinerlei Nachteile. Mir ging es sogar besser, denn das Sodbrennen plagte mich zwar wieder, jedoch nicht ganz so schlimm wie bei meinem ersten Sohn, was ich absolut auf die pflanzliche Ernährung zurückführe. (Tierische Lebensmittel sind starke Säurebildner und führen bei empfindlichen Menschen schnell zu Sodbrennen. In der Schwangerschaft ist das Sodbrennen meistens mechanisch, lässt sich aber dennoch in gewissen Grenzen über die Lebensmittel regulieren.)

Meine Gynäkologin war begeistert und sehr offen für meinen Veganismus. Auf meine „Ernährungs-BEICHTE“ hin (man fühlt sich als schwangere Veganerin teilweise ja fast wie eine Verbrecherin), reagierte sie nur grinsend mit dem ironischen Satz: „Ach das ist doch die Ernährungsweise, bei der man ganz besonders viel rohes Fleisch isst.“ Daraufhin entgegnete ich ebenfalls ironisch: „Ja genau – und ganz viel Rohmilchkäse und Thunfischtatar.“ (Kurze Anmerkung: die genannten Lebensmittel sind für jede schwangere Mischköstlerin aufgrund einer potentiellen Listeriose und Toxoplasmose besonders gefährlich.)

Mein zweiter Sohn kam im Februar 2015 kerngesund und putzmunter auf die Welt. Auch das Stillen klappte wie beim ersten Kind problemlos – jedoch auch hier stellte ich mir die Frage „Was genau muss ich jetzt eigentlich beachten?“.

Spezialisierung auf vegane Familien

Meine Ausbildung schritt zwischenzeitlich gut voran und als mein Sohn etwa 5 Monate alt war, legte ich die Prüfung zur Ganzheitlichen Ernährungsberaterin ab. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass meine Hauptdozentin eine Kommilitonin von Dr. Markus Keller war (u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des VEBU), mit dem sie gerade ein Seminar zur veganen Nährstoffversorgung plante. Es war für mich der absolute Wahnsinn und verschaffte mir ENDLICH die gewünschten Informationen. Also buchte ich gleich noch ein Seminar zur veganen Familienernährung, welches das Dreamteam Dr. Keller und Edith Gätjen wenige Wochen später hielt. Nun war ich endlich gerüstet für meine Beratungstätigkeit, da alle meine Fragen beantwortet waren.

Vegane Ernährungsberatung – die Praxis

Ich berate jetzt seit etwa 2 Jahren vegane Familien ab der Planung einer veganen Schwangerschaft. Im Mittelpunkt der Beratung steht immer der individuelle Wunsch und die Fragen des Klienten. Blutwerte, Nahrungsergänzungen und potentiell kritische Nährstoffe in der jeweiligen Lebensphase – und das immer ganz individuell, teilweise unter Einbeziehung eines Ernährungsprotokolls, welches ich softwaregestützt auswerte, gehören natürlich auch dazu. Ich habe mich noch gezielter weiter gebildet und mich sehr mit dem Aspekt von Bindung und Beziehung allgemein und beim Thema Essen beschäftigt. (Ich bin jetzt auch Bindungs- und Beziehungsorientierte Eltern- und Familienberaterin). Außerdem habe ich im letzten Jahr eine Heilpraktikerausbildung begonnen und werde mich auch hier auf Kinder, Schwangerschaft inkl. Kinderwunsch und Frauenheilkunde spezialisieren. Außerdem ist bereits eine Weiterbildung in Orthomolekularer Medizin in Planung. Ich hoffe das schaffe ich auch noch in diesem Jahr.

Vegane Ernährungsberater – Ausbildung

Inzwischen gibt es sogar eine spezielle Vegane Ernährungsberaterausbildung, welche ich Euch heute ans Herz legen möchte, falls Ihr Euch mehr für dieses Thema interessiert. Dabei ist es ganz egal, ob Ihr schon die Idee habt damit auch beruflich arbeiten zu wollen.

Dieser Gedanke war bei mir z.B. anfangs gar nicht vorhanden… Ich wollte ja nur mehr Wissen für mein Buch „Vegan in anderen Umständen“ und den Blog. Und jetzt? Jetzt lebe ich von der Beratung, meiner Bloggertätigkeit und von Vorträgen, die ich inzwischen zu diesem Thema halte.

Hier seht Ihr mich beim Vortrag auf der Veggie World Hamburg. Allerdings hatte mein Jüngster Veganer aus dem Hause Hercegfi definitiv mehr Aufmerksamkeit als ich ;)

Hier seht Ihr mich beim Vortrag auf der Veggie World Hamburg. Allerdings hatte mein Jüngster Veganer aus dem Hause Hercegfi definitiv mehr Aufmerksamkeit als ich ;)

Eigene Seminare zur Spezialisierung auf vegane Familien sind auch in Planung…. Aber puuuuuuh – ich weiß leider momentan gar nicht wo ich anfangen soll. Habt ein bisschen Geduld mit mir.

Veganer Ernährungsberater Ausbildung im Fernstudium

Inzwischen könnt Ihr ja die Ausbildung bei Ecodemy machen. Der Vorteil ist dort, dass Ihr Euch die vegan-spezifischen Daten nicht mühselig zusammen suchen müsst und ständig an Leute geratet, die Vegan-kritisch sind. Wenn Ihr mehr darüber erfahren wollt: HIER GEHT’s lang.

Alles Liebe

Eure Carmen

 

 

 

„Ja – schicke mir bitte das Gratis – eBook über Vitamin B12 in Schwangerschaft bis zum Kindesalter!“

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P.S.: Wenn du meinen Blog, meine Arbeit oder mich als alleinerziehende Mama unterstützen möchtest, dann freue ich mich wirklich sehr über einen Smoothie oder anderen gesunden Knabberkram. Smoothie-Versand via www.paypal.me/CarmenHercegfi

Ganz ganz lieben Dank an dieser Stelle schon einmal an dich und alle anderen, die mich schon unterstützt haben. Ihr seid großartig und haltet meine frei zugängliche Arbeit und Arbeit an Büchern am Laufen. Love you all….!!!

4 Kommentare

  1. Hey Carmen,

    schön das du uns mal deinen Weg aufgezeigt hast.

    Ich finde deinen Blog einfach super, und freue mich immer was von dir zu lesen.

    lg
    Susi

    Antworten
    • Hallo liebe Susi, vielen Dank für dein Kompliment. Liebe Grüße Carmen

      Antworten
  2. Liebe Carmen,

    dein Weg hat mich vor Monaten sehr inspiriert und ermutigt. Ich stecke nun mitten in der ecodemy-Ausbildung. Ich weiß nicht, ob ich jemals beraten werden. Aber die Ausbildung erfüllt meine Elternzeit immer wieder. Ich bin flexibel und nehme viel für mein Leben mit. Danke! <3

    Schade, dass du die Ausbildung nicht in deiner Vita erwähnst.. Hat das rechtliche Gründe, weil es kein anerkannter Studienabschluss ist, der von der KK anerkannt wird (so wie dein UGB-Abschluss)?

    Alles Liebe und großen Dank für deinen sehr persönlichen und wunderbaren Blog!
    Sabrina

    Antworten
    • Hallo liebe Sabrina,
      vielen lieben Dank für dein Kommentar. Ich habe die Ausbildung bei Ecodemy ja nicht gemacht. Die gab es ja „damals“ noch gar nicht, als ich mich entschieden hatte diesen Weg zu gehen. Daher hatte ich ja im Artikel geschrieben, dass ich es damals sehr begrüßt hätte eine Ausbildung direkt auf vegane Ernährung zugeschnitten, zu finden. Meinen kompletten Werdegang inkl. Zertifikaten und allen Weiterbildungen findest du auf meiner „About“-Seite. Da kannst du gerne mal schauen, was ich so alles gemacht habe und gerade aktuell mache :)… Ganz liebe Grüße und weiterhin alles Gute bei deiner Ausbildung.
      Love, Carmen

      Antworten

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Veganer Ernährungsberater Ausbildung im Fernstudium