Heute – ja heute – so ganz kurz vor unserem Urlaub – ja da juckt es mir so richtig in den Fingern. Das liegt an der allergischen Reaktion, die beim Lesen des aktuellen Spiegel-Online Kommentars – Entschuldigung ich meine den geistigen Abfall eines schlecht recherchierenden Redakteurs – auftrat.

Dieses Jucken verursacht gerade, dass meine Finger über die Tastatur fliegen um den prall gefüllten Fehlertext einmal kurz auseinander zu nehmen.

Nichts als hohle Beleidungen

Abgesehen davon, dass der Autor Eltern, die es wagen vorzugeben, was ihre Kinder essen sollen, Extremisteneltern nennt, die noch eine Spur schlimmer sind als Helikoptereltern. Helikoptereltern sind sie natürlich zusätzlich automatisch – aber außerdem eben nicht nur extrem, sondern auch noch extremistisch. Er zieht sogar einen Vergleich zu Salafisteneltern und radikalen Sekten. Aha… Ich finde der gute Herr Armin Himmelrath hat damit endgültig die Grenze des guten Geschmacks unterschritten.

Salafisteneltern gehören zu dieser Gruppe oder christlich-radikale Väter und Mütter wie in der evangelischen Sekte „Zwölf Stämme“, die ihre Kinder dem staatlichen Schulsystem entzogen und auf Prügelstrafe und Demütigung gesetzt haben. (Zitat aus dem Artikel)

Kein Kommentar, oder? Das ist schlichtweg nur unter der Gürtellinie und gehört eigentlich angezeigt.

Side Note: Nee – is klar – Mischköstlern und Vegetariern ist es natürlich völlig egal, was die Kinder essen und dass die Kinder das essen müssen, was diese Eltern auf den Tisch stellen ist natürlich völlig normal. Und die Massentierhaltung ist natürlich auch alles andere als extrem.

Was ist fachlich dran an diesem Verriss?

Kommen wir mal zu der fachlichen Seite. Herr Himmelrath zitiert aus einem DGE Artikel von 2011, als die DGE in ihrem Positionspapier immer noch die Makrobiotische Ernährung in einen Topf mit der veganen Ernährung warf. Dieser fatale Irrtum ist der DGE inzwischen auch schon bewusst geworden und sie änderten daher ihre Aussagen im aktuellen Positionspapier, welches bereits schon im Jahre 2016 erschien. Doch Herr Himmelrath scheint dieses nicht in Augenschein genommen zu haben und verbreitet munter veraltete Aussagen, die inzwischen sogar der DGE peinlich sein sollten. (Kleiner Wink mit dem Baumstamm an die DGE: Sie sollten ihre alten Artikel einmal überarbeiten).

Da diese Aussagen also in der Zwischenzeit mehr als überholt sind, bleibt im Artikel nichts als Sarkasmus und Beleidigung einer Gruppe von Eltern, die sich wünschen dass ihre Kinder keine Außenseiter mehr sind, weil sie etwas anderes essen als die anderen Kinder.

Und weil diese Eltern einer Kita vertrauen, die fachlich informiert ist und entsprechendes vollwertig pflanzliches Essen serviert, welches im Gegensatz zu den veganen Varianten in anderen Kitas natürlich sehr viel ausgewogener ist und nicht durch Weglassen zufällig vegan wird.

Und übrigens: Ich habe das vollständige Konzept der Mokita in Frankfurt vorliegen mit allen Ernährungsplänen – und das ist absolut fundiert, weshalb es von Seiten der Stadt natürlich keine Argumente gegen die Kita gab. Dies nur mal so am Rande, weil Herr Himmelarsch – äh …rath erwähnt, dass es „trotz solcher Risiken die Stadt Frankfurt eine Betriebserlaubnis für die neue Kita erteilt hat, nachdenklich stimmt“…

Wo war der Chefredakteur?

Hier sitze ich nun und frage mich, wo verdammt der Chefredakteur war? Im wohlverdienten Sommerurlaub? Was hat Herr Himmelrath nicht verstanden, der laut Aussage des Artikels Vegetarier ist? Und welche Welle von neuerlichen Anti-vegan-Artikeln wird dieser Mist lostreten? Ob Lobbyisten für so einen Schwachsinn bezahlt haben? Und wieviele vegane Kitas eröffnen jetzt bald erst recht? Wie lange wird es noch dauern, bis auch die vegane Kinderernährung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist?

Fragen über Fragen… Ich werde ein wenig in meinem wohlverdienten Campingurlaub darüber nachdenken, den ich in Kürze mit meinen geimpften Kindern und radikaler Konsequenz nach so viel Monaten ohne Urlaub antrete. Und ich werde weder den Stuhlgang noch den Schlaf meiner Kinder kontrollieren. Mein Gott was bin ich nur für eine extreme Rebellin.

Wer weiß was passiert, wenn Herr H. in Kürze erfährt, dass vegane Eltern ihre Kinder lange stillen und lieber tragen als in teuren Lederkinderwagen rumzuschieben. Nicht auszudenken…

Alles Liebe

Deine Carmen

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Ganz ganz lieben Dank an dieser Stelle schon einmal an dich und alle anderen, die mich schon unterstützt haben. Ihr seid großartig und haltet meine frei zugängliche Arbeit und Arbeit an Büchern am Laufen. Love you all….!!!

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